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Von: Hermann und Irma
Gesendet: Mittwoch, 12. Februar 2003 14:06
An: Lothar Bross
Betreff: Sonnenstrahlen des Herzens
Lieber Lothar, liebe Annemarie, danke für
Eure mail. Sende Euch noch ein Gedicht, das vielleicht in die Sparte
"Vaterunser" paßt. Es stammt aus "Loblieder" von Otto
Hillig (Lorber-Verlag, Bietigheim).
Herzliche Grüße
Irma
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Otto Hillig |
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Loblieder
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Gnadengaben und Lieder für
Gotteskinder |
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164 Seiten, gebunden, Verlagsgemeinschaft F.
Zluhan, Postfach 1851, 74308 Bietigheim-Bissingen, Tel: 07142/940843 |
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Diese
Gedichte und Lieder entstanden in der Blütezeit des Dresdener
Freundeskreises um Georg Riehle. |

Vaterunser
Otto
Hillig
Nachdem
ein Menschenherz Mich angegangen
Und
Mich für dich hier um ein Wort gebeten,
daß
auch zu dir der Geist möchte‘ voll gelangen,
wie
Ich mit Herzenskindern pfleg‘ zu reden,
so
will Ich dir, du Diener Meiner Lehre,
ein
Stück von Meines Wortes Tiefen zeigen;
o
nimm es auf als Herzenskind und zehre,
von
dem, was reifte an den Lebenszweigen.
Ich
gab dem Menschen manche Lebenslehre,
wie
er zu Mir sich betend stellen soll;
nicht
dreht es sich dabei um Meine Ehre,
nur
wie der Mensch von Meinem Geist wird voll.
Ich
will das Vaterunser dir erklären
In
Meiner ganzen Jesuslieblichkeit,
und
deine Fassungsgabe so vermehren,
daß
sie gewachsen ist dem Kampf der Zeit.
„O
Du, der Du im Himmel bist, mein Vater“,
heißt,
der Du wohnst in meinem Herzensland,
in
meinem Innern als mein Heilsberater.
Durch
Deine Gnad‘ ich Dich, Du Vater fand,
und
darf nun betend mich mit Dir verbinden,
da
meine Lieb‘ mir sagt, ich kam aus Dir,
wenn
alle irdischen Gedanken schwinden,
begegnest
Du in meinem Himmel mir.
So
hör, Mein Kind, was Ich dir weiter sage:
Gebet
ist Zustand und nicht Worterguß,
ist
weder Flehen, Loben oder Klage,
ist
Einung mit Mir hier im Vollgenuß.
Und
wenn du Mich in dir so hast entdecket,
als
Vater, wirst das Heilige du verspür’n
ist
erst dein Innerstes recht aufgewecket,
vermagst
Du Deine Zunge nicht zu rühr’n.
Du
fühlst die Heiligkeit von Meinem Namen,
und
so kommt ja Mein Reich von selbst zu dir,
die
Bitten, die im Vaterunser kamen
zu
euch, sind Zustandsdarstellungen aus mir.
Was
nützt es mir, wenn du Mir oftmals sagtest,
daß
auch Mein Wille soll an dir
gescheh’n,
und
wenn du immer dadurch wieder klagest,
daß
du nicht fühltest Meinen Odem weh’n?
Fühlst
du die Heiligkeit von Meiner Nähe
In
dir als Zustand, wird Mein Wille wahr,
denn
du befind’st dich auf der Lebenshöhe,
wo
dir Mein Wort als Lebensbrot wird klar
Dann
schaust du deine Nichtigkeit, die Sünden,
und
du vergibst sie deinen Schuld’gern auch;
dein
Lebenszustand wird dir dann verkünden,
was
durch die Liebe in den Himmeln Brauch.
Dann
wird auch der Versucher von dir weichen
Und
alle Übel haben aufgehört,
denn
Meine Liebe in dir wird begleichen,
was
dich in deinem Leben oft gestört,
und
du erschaust, daß Mein die Kraft, die Fülle,
da
Meine Herrlichkeit sich dir erschloß,
wo
sich im Zustand deiner Herzensstille
ein
höheres Leben sanft in dir ergoß.
Mein
Kind, willst du das Vaterunser beten.
So
schaffe den Gebetszustand in dir,
und
laß allein dein zärtstes Fühlen reden
und
nahe dich in deinem Herzen Mir.
So
trage Holz zum Altar deines Himmels,
auf
daß der Liebe Flammen schlagen hoch:
bring
die Gedanken alten Weltgetümmels
und
was dich von der Liebe trennet noch,
die
laß vom Liebesfeuer hier verzehren
und
tret‘ in den Gebeteszustand ein,
dann
wird dein Vater dich in dir belehren,
daß
ich als Jesus hier kann Sprecher sein.
O
such Mein Wort im Geiste zu erfassen,
da
vieles bildlich Ich euch zugestellt.
Ich
hab’s in ird’scher Sprach‘ euch hinterlassen,
doch
sieh, Mein Reich ist nicht von dieser Welt.
So
geh‘ und lehre deine Brüder beten,
daß
sie in sich den Himmel und Mich schau’n;
wenn
wortlos sie aus Liebe zu Mir reden,
wird
ihr Gebet an Meiner Schöpfung bau’n.
O
Kind, Gebet und Bitte mußt du scheiden:
Der
wahre Beter betet immerfort,
doch
ab und zu vermag er ganz zu gleiten
in
jenen Zustand, der gebärt Mein Wort.
So
wirst du nun allmählich ahnen,
was
das Wort Gottes ist in seinem Kern,
es
ist das Leben in geweihten Bahnen,
ist
im Gebet die Stimme deines Herrn.
O
selig Du, könnt’st du die deinen lehren,
daß
Ich, der Vater jetzt bin noch bei euch
und
rede wie dereinst, um zu vermehren,
die
Kraft der Liebe als das Himmelreich. Amen.