Achtung:
Die Ausrichtung von Hans auf Jesus ersetzt die Unterscheidung zwischen Geburts- und Urichgeist!
{jl.ev11.052,05}
Sehr wohl werden nach Mir noch viele die Wiedergeburt der Seele erreichen
können, daher auch sehr selig und glücklich sein, ohne aber diese höchste und
letzte Stufe zu erringen.
Viele Abgesandte
Meines Geistes kamen zur Erde nieder und zeigten den verirrten Menschen die
Wege, wie sie zum Frieden und zur inneren Erleuchtung gelangen konnten, ohne
aber imstande zu sein, die direkten Wege zu Mir zu zeigen, weil diese ja noch
nicht geöffnet waren. Alle, welche also die früheren Wege wandeln wollen,
können daher sehr wohl zur Wiedergeburt der Seele gelangen, aber nicht zur
Gemeinschaft mit Mir.
{jl.ev11.052,06}
Letzteres ist nur möglich durch den Glauben an
Mich, daß Ich wahrlich bin Christus, der Gesalbte, dem alle Kraft und
Herrlichkeit des Vaters ist gegeben worden, damit die Menschen glücklich und
höchst selig werden durch den Sohn. Ich bin die Pforte, - eine andere gibt es
nicht! Wer die Wege zum Himmel betreten will, ohne Mich kennen zu wollen, der
kann wohl einen hohen Grad von Vollkommenheit erreichen, nie aber in klare,
anschauliche Gemeinschaft mit Gott Selbst gelangen. - Habt ihr das nun
verstanden?«
Über die zwei Bläschen:
37.2
Seelische
u. geistige Wiedergeburt
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Die 7 Schritte der Wiedergeburt
Hans Künzle (Schweiz)
Erster Schritt: Gott – ein alter Zopf
Zweiter Schritt: Habe ich eine Seele ?
Dritter Schritt: Die Materie
Vierter Schritt: Die Abkehr
Fünfter Schritt: Die Hinwendung
Sechster Schritt: Weg der Selbstverleugnung
Siebenter Schritt: Die Wiedergeburt
Nachbestellung oder Kontakt:
hskuenzle@bluewin.ch
Diese Schrift ist unabhängig. Es ist kein Organ einer religiösen oder anderen Vereinigung.
Wir haben alles. Gott brauchen wir nicht. Wir haben genügend zu essen, wir haben Kleider, wir haben Wohnungen. Ja, wir haben alles. Und wem dies mangelt, haben wir dank einer weisen und intelligenten Staatseinrichtung ein funktionierendes Wohlfahrtssystem. Niemand muss hungern, selbst für die besten Gesundheitseinrichtungen ist gesorgt.
Die Wissenschaft weiss über alles bestens Bescheid was uns auch nur im Entferntesten interessieren könnte. Und wenn es immer noch Lebensbereiche gibt, wo der Menschheit trotzdem noch nicht so ganz alles klar ist, so gibt es eine effiziente Forschung in allen möglichen Richtungen.
Wozu brauchen wir einen Gott? Etwa für den Frieden? Weit gefehlt! Auch den haben wir im Griff. Kluge diplomatische Verbindungen und schwerbewaffnete Überwachungsgremien garantieren uns das gefahrlose Zusammenleben auf unserem blauen Planeten.
Die zahlreichen Kirchen, wie sie sich uns präsentieren, sind ein altes Überbleibsel vergangener Zeiten. Durch den zunehmenden Mitgliederschwund mangels Interesse werden auch diese noch verschwinden und die Kleineren sowieso. Die fast durchwegs lauen Freikirchen pflegen ein verstecktes und stilles Dasein, welches in dieser aufgeklärten Zeit niemandem auch nur im Entferntesten einen Anstoss sein könnte, sondern bereichern eher noch das kulturelle Leben ...
Soweit so gut. Diese und zahllose ähnliche Reden können wir alle Tage in Gesprächen oder um uns auf Schritt und Tritt verfolgendem Radio hören, im Fernsehen sehen oder in den Zeitungen und anderen Medien lesen.
Dies täuscht demjenigen, welchem es wirklich auf eine kürzere oder längere Zeit gut geht und in nichts einen Mangel hat hinweg, dass trotzdem ganze Heerscharen von Mitmenschen in unserer Wohlstandsgesellschaft grosse und zum Teil unlösbare Probleme haben. Wie viele verzweifelte Menschen suchen und finden keinen Halt. Nur mal in finanzieller Hinsicht. Wie rasant öffnet sich die Schere zwischen arm und reich? Nicht nur in den halbentwickelten Ländern im Süden, nein auch bei uns in Mitteleuropa - und auch in der Schweiz! Wie viele Familien leben an der Armutsgrenze – der Globalisierung sei gedankt!
Weit schlimmer aber sind die menschlichen Probleme. Die Verzweiflung sieht man an den zunehmenden Depressionen und steigenden Selbstmordraten. Menschen, denen unser superintelligentes Staatswesen und die quasi Vollbeschäftigung in der Wirtschaft kein erfülltes und glückliches Leben bieten kann, weil eben all dies das eigentliche Leben nicht ausmacht.
Selbst mit all den unüberblickbaren Unterhaltungsangeboten kann wohl Zerstreuung und Abwechslung gefunden, aber niemals das „Leben“ gesättigt werden. Der Hunger nach eben diesem „Leben“ wird nicht gestillt und manch einer fragt sich dann im Alter: „Aber das kann‘s ja nicht gewesen sein!“.
Nur diejenigen Menschen, welche vollauf zu tun haben und in Geldgeschäften irgendwelcher Art sich erfolgreich beschäftigen, haben kaum Zeit und vor allem kein Interesse, nach einen anderen Aspekt des „Lebens“ zu fragen und sind mit den eingangs erwähnten Behauptungen vollauf einverstanden und können einem Spruch wie „Die ganze Kreatur harrt der Erlösung“ nichts abgewinnen. Denn, wer nicht gefangen, nicht bedrängt und in keinerlei Hinsicht in nichts be- und gehindert ist, wozu braucht der sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen ? Eben: Gott – ein alter Zopf!
Wie schon gesagt, gibt es aber noch andere Menschen, denen es nicht so „wie am Schnürchen“ läuft. Besonders bei denjenigen, welche eine kleinere oder grössere Not in irgend einer Weise haben, möchten ja gerne an einen Gott glauben, sogar an einen unsichtbaren, wenn ihnen nur geholfen werden könnte! Ja, es ist nicht weit hergeholt, wenn ich sage, dass in vielen gerade infolge ihres Leidens in schwerer Zeit, eine sogenannte „Gottesahnung“ aufsteigt, wenn auch der Glaube und das Vertrauen auf eine höhere Macht noch weitgehend fehlt. Aber bereits diese „Gottesahnung“ ist schon ein sehr guter Anfang! Wer schon soweit ist, der ahnt ja auch, dass diese Erde und das ganze sichtbare Firmament einen intelligenten Ursprung haben muss. Selbst die Urknalltheorie zeugt von einem Schöpfer, da für einen „Urknall“ eine Materie und eine recht ansehnliche Energie vorhanden sein musste. Aber das zu behandeln ist im Moment nicht unsere Aufgabe.
Ob es einen solchen Gott und Schöpfer wahrhaftig gibt und eben kein alter Zopf ist, das habe ich selber erlebt und erlebe es täglich wieder. Das ist mir Beweis genug. Und wenn du den sechsten Schritt wie in diesem Büchlein beschrieben, durchgearbeitet hast, wirst auch du diesen Gott sehen, spüren und täglich auf Schritt und Tritt erleben!
Mein Gott! Wieder ein Thema über einen Gegenstand, den man nicht sehen und greifen kann. Kaum ein Sachgebiet wird so kontrovers geführt wie dieses. Selbst die Kirchen sind sich uneins, wie sich die Sache mit der Seele verhält. Die Römisch-Katholischen glauben noch daran, bei den Evangelischen ist die-ser Glaube schon so richtig abhanden gekommen.
Zweiter Schritt: Unsere Seele
Nichtsdestotrotz, die Seele ist ein Teil der bekannten Trilogie „Leib, Seele und Geist“. Aber es ist ja allgemein bekannt, dass neben dem Leib noch eine Einrichtung vorhanden sein muss, sonst könnten die Ärzte alle Krankheiten heilen. Die psychiatrischen Praxen und Kliniken, legen sie nicht einen unleugbaren Beweis für die Existenz der Seele auf den Tisch?
Die Seele ist der Ort des Ichbewusstseins. Der Ort der Empfindung von Liebe und Hass, von Sympathie und Antipathie, von Freud und Leid, aber auch der körperlichen Empfindungen der Sinne wie Wärme und Kälte, Bitter und Süss, Weich und Hart, Hell und Dunkel.
Diese Empfindungen sind es, welche auf den ersten Blick die Seele ausmachen. Denn hier entstehen viele Krankheiten auch körperlicher Art, wenn die Empfindungen fehlgeleitet und fehlinterpretiert werden. Depression, Ticks, Süchte aller Art, Ängste und vieles mehr zeugen davon und die Psychiater haben damit alle Hände voll zu tun.
Wir wollen in diesem zweiten Schritt nicht die Seele erörtern, das gehört nicht hierher. Es geht nur mal darum, uns bewusst zu werden, dass der Mensch – wie übrigens die Tiere auch – eine Seele haben.
Wie wir dazu kommen lesen wir im Grossen Evangelium des Johannes:
[GEJ.10_021,01] (Der Herr:) „Was aber noch einen dritten Grund, den alle Meine Jünger wohl auch schon kennen, anbelangt, so wirst du ihn in der Folge auch noch genauer kennenlernen, als man ihn dir jetzt für deinen inneren Verstand begreiflich darstellen könnte. Nur so viel kann Ich dir jetzt sagen und andeuten, daß da alles und noch mehr, was diese Erde enthält von ihrem Mittelpunkte an bis weit über ihre höchste Luftregion hinaus, Seelensubstanz ist, doch bis zu einer gewissen Lösezeit in einem mannigfach härter oder milder gerichteten Zustande, darum sie dem fleischlichen Auge des Menschen auf dieser Welt, wie auch seinem Gefühle entweder als ganz tote, härtere oder weichere Materie ersichtlich und fühlbar wird. Dahin gehören einmal alle Steinarten, Mineralien, Erdarten, Wasser, Luft und alle noch ungebundenen Stoffe in ihr.
[GEJ.10_021,02] Dann kommt alles Pflanzenreich im Wasser und auf der Erde samt seinem Übergang ins Tierreich. In diesem Reich erscheint das Gericht schon milder, und die Seelensubstanz befindet sich schon in der Periode der vollkommeneren Löse, als sie es im früheren harten Gerichtszustande war, und die Sonderung und Einzelbildung in Hinsicht der Intelligenzwerdung eben der früher wie chaotisch gemengten Seelensubstanz in diesem zweiten Reiche ist denn darum auch in einer großen Mannigfaltigkeit sich befindend.
[GEJ.10_021,04] Zahllos viele solche Insektenseelen von eben wieder verschiedener Art und Gattung, so sie ihrer sie bindenden materiellen Hüllen ledig geworden sind, vereinen sich dann wieder in eine Tierseele größerer und vollkommenerer Art, und das also fort bis zu den großen und vollkommenen Tieren teils noch wilder und teils dann sanfter Art; und aus der letzten Einung dieser Tierseelen gehen dann erst die mit allen möglichen Intelligenzbefähigungen wohlversehenen Menschenseelen hervor.
[GEJ.10_021,05] So ein Mensch in diese Welt geboren wird und wegen seiner vollen Freiwerdung noch einen Leib zu tragen bekommt, so ist das höchst weise von Gott schon also eingerichtet, daß er als eine vollständige Seele sich aller der notwendigen Vorzustände in ihren übergänglichen, aber noch immer gesonderten Beständen ebensowenig erinnern kann und mag, wie dein Auge die kleinen Einzeltropfen des Meeres, aus denen es besteht, sehen und unterscheiden kann. Denn wäre einer Menschenseele das gegeben, so würde sie diese Einung aus so endlos verschiedenen Seelensubstanz- und Intelligenzteilen nicht ertragen, sondern sich selbst allerhastigst aufzulösen trachten, gleichwie sich da auflöst ein Wassertropfen auf glühendem Eisen.
[GEJ.10_021,06] Um die Seele des Menschen zu erhalten, muß ihr eben durch die Einrichtung ihres sie einschließenden Leibes jede Rückerinnerung völlig benommen werden bis zur Zeit ihrer vollen inneren Einigung mit ihrem Geiste der Liebe aus Gott; denn dieser Geist ist gleichsam der Kitt, durch den alle die endlos verschiedenen Seelenintelligenzteile zu einem ewig unzerstörbaren Ganzwesen gefestet werden, sich in aller Klarheit durchleuchten, erkennen, begreifen und als ein vollendetes, gottähnliches Wesen Gottes Liebe, Weisheit und Macht loben und preisen.“
Dieses Thema ist ein bisschen einfacher. Wer will leugnen, dass es eine Materie gibt? Sogar die Gottlosen, welche behaupten „ich glaube nur was ich sehe“, zeugen davon, dass die Materie die Realität ist (Dass das eben nicht stimmt, und dass die Gottlosen in diesem Punkte sich sehr irren, wollen wir erst mal übergehen und später erörtern). Aber für den Moment nehmen wir die (vergängliche) Materie einmal als Realität an.
Vernehmen wir von kompetenter Stelle, wie die Materie definiert wird:
[GEJ.09_102,01] Sagte Ich: „Könnte jemand bestehen mit seinem Leibe auf einer Erde, die nicht aus allerlei Materie und ihren Elementen bestünde? Was ist aber alle Materie, und was ihre Elemente? Das ist durch die Allmacht Gottes gerichtetes und festgehaltenes Geistiges, dem aber die Fähigkeit zu einem stets freier werdenden und also auch stets selbständigeren Leben innewohnt!“
Und anderer Stelle:
[GEJ.06_122,06]“ Denn höret: Alles das, was der ganze unendliche Raum als Materielles in dieser Zeit innefaßt, ist gefangenes und gerichtetes Geistiges! Es sind Geister im Gerichte der Kraft und Macht des göttlichen Willens bis zu einer geordneten Zeit hin, wo sie als von der göttlichen Allwissenheit wohlerachtet jenen Grad der für sich selbst beständigen Festung erreicht haben, auf dem dann erst die geistig selbständige Lebensfortbildung angebahnt werden kann.“
Die Materie ist also nicht so tot wie man glauben könnte. Es gibt auch keine Materie oder Elemente, welche für alle Zeiten beständig sind. Jedes Element ist der Vergänglichkeit und der Auflösung (Löse) unterworfen.
Und noch etwas ist äusserst interessant. Es gibt zurzeit etwa 123 verschiedene von der Wissenschaft entdeckte chemische Elemente. Jedes ist anders, hat andere spezifische Eigenschaften, ist dichter oder weniger dicht, weich oder hart. Und trotzdem besteht jedes aus ein und der selben Materie! Der Unterschied besteht nur im inneren Aufbau der Atome, d.h. in der Anzahl der Neutronen, Protonen und Elektronen. Jedes Atom ist bekanntlich wieder teilbar, ansonst ein Atom nicht aus eben diesen drei Teilen zusammengesetzt sein könnte.
In der Atomforschung steht die Wissenschaft trotz erfolgreicher Kernspaltung und Kernfusion erst am Anfang, weil die Kleinheit dem Forscher bislang Grenzen gesetzt hat.
Wie entstand Materie ?
Doch nun zur Frage, wie und vor allem warum die Materie entstanden ist. Dabei kommen wir zum Schluss, dass die Materie im Schöpfungsgedanken nicht Zweck, sondern nur Mittel zum Zweck sein kann. Wenn der Zweck dermaleinst erfüllt sein wird, „werden Himmel und Erde vergehen“.
Wie aber dieses Mittel zum Zweck vonnöten wurde lesen wir im selben Grossen Evangelium des Johannes.
[GEJ.02_231,05]“ Der Herr: Denn der Hauptgeist des Lichtes („Luzifer“, d.V.), dem zahllose andere Lichtgeister innewohnten, jeder davon mit zahllos vielen Intelligenzen reichst versehen, sprach bei sich: ,Was bedarf es da noch weiteres? In mir liegen alle Eigenschaften wie in Gott, und Gott hat alle Seine Kraft in mich gelegt. Nun bin ich stark und mächtig über alles. Er hat alles, was Er hatte, aus Sich heraus hergegeben, und ich habe alles genommen. Nun hat Gott nichts mehr, ich aber habe alles; und wir wollen nun sehen, ob der auf die Übertretung des gegebenen Gebotes folgen sollende Vorteil wirklich nur von einer kurzen Dauer sein wird. Wir meinen: Mit unserer nunmaligen Allkraft und Macht werden wir uns die Dauer des kurz währen sollenden Vorteiles wohl so hübsch auf Ewigkeiten hinaus zu verlängern imstande sein. Wer wird sie uns zu verhindern imstande sein? Außer uns trägt der endlose Raum, der nun von uns erfüllt ist, keine höhere Macht und Intelligenz mehr, als da ist die unsrige; wer sollte uns dann den Vorteil streitig zu machen imstande sein?‘
[GEJ.02_231,06] Sehet, so dachte und sprach der Lichtgeist zu sich selbst und dadurch zu seiner ihm unterstehenden Sondergeisterschar. Gesagt und getan, und die Folge war die Sich-selbst-gefangen-Nehmung in seiner Trägheit, darin er sich stets mehr und mehr verdichtete, und wieder die Folge davon war die Schöpfung der Materie, ebenfalls ganz auf dem Wege der göttlichen Ordnung; denn der sichere Erfolg des Nichtbeachtens des göttlichen Gebotes war ebenso bestimmt vorgesehen, wie der freieste Zustand jener Geister, die das Gottesgebot an und in sich erfüllt haben.
[GEJ.02_231,07] Und so denn hatte sich durch solchen Fall fürs erste der Hauptgeist und mit ihm alle seine verwandten Untergeister selbst auf das hartnäckigste und bitterste gefangengenommen. Wie lange es ihm aber gefallen wird, in solcher Gefangenschaft zu verharren, das weiß außer Gott niemand in der ganzen Unendlichkeit, auch die Engel nicht“.
Soviel zur Frage wie die Materie entstand. Nun wollen wir noch die Antwort suchen, warum die Materie im grossen Erlösungswerk überhaupt notwendig ist
Die Materie ist also ein Kerker, ein Gefangenenlager, eine Besserungsanstalt oder wie man das auch nennen will, für gefallene Geister oder Seelen. Obschon ein Atom in der Grössenhirarchie in der zehnten Potenz steht, kommt auf ein Atom eine Seele, welche sich nach jeder Löse mit anderen, ähnlichen zusammenfindet und zusammen als eine einzige Seele eine höhere Stufe in der Entwicklung einnimmt.
[GEJ.08_100,09] „Bis aber das eigentliche Ende der Zeiten dieser Erde kommen wird, das wird für euch bis jetzt noch unbegreifbar lange währen! Denn siehe, alle Materie dieser Erde besteht aus gerichteten und erst frei zu machenden Seelen. Rechnet ein Atom Materie auf die Substanz einer Seele und daß auf ein Jahr nur 10000 mal 10000 Seelen aus dem Gerichte der Materie erlöst werden können auf dem Wege, den Ich euch schon zu öfteren Malen gezeigt habe ..., so werdet ihr wohl einsehen, daß die Erde noch hübsch lange, wennschon noch unter manchen Veränderungen, auch in der materiellen Beziehung fortbestehen wird.“
Auch der menschliche Leib ist nun aus eben dieser toten - und wieder nicht toten - Materie zusammengesetzt. Das heisst nichts anderes, dass unser Körper aus gerichtetem und gefestigtem Geist besteht! Allerdings ist diese Materie, schon relativ weit im allgemeinen Erlösungsprozess fortgeschritten, aber hat noch bei weitem das Gericht und den Tod des gefallenen Urgeistes in sich. Als Folge, da die Körpermaterie im Gericht ist, wird der Körper wieder aufgelöst werden müssen zur weiteren Löse deren Bestandteile. Man kann noch weiter gehen und sagen, dass da wo Gericht herrscht, auch die Hölle herrschen muss, das ist die Unfreiheit. So gesehen sind wir schon zu Lebzeiten mit der Hölle recht eng verbunden!
Wir werden später sehen, dass und warum unserer Seele ein solches, sagen wir mal ganz keck, teuflisches Werkzeug beigegeben worden ist. So ausgedrückt scheint es, dass unser Leben eine unaufhörliche Versuchung, täglich und ohne Ende, sein muss. Und das nicht nur wegen unseres materiellen Leibes, sondern auch von Seiten der uns umgebenden Materie, ja der ganzen sichtbaren Schöpfung.
So ist es bereits erklärt, dass die Seele infolge der grossen Abhängigkeit des Leibes, stets „mit einem Bein am Abgrund“ steht.
Nun, den Leib hätten wir besprochen, bleibt vielleicht noch anzufügen, dass der Leib an sich kein eigenes Leben hat, sondern von der Seele gesteuert wird. Je nach dem wie fest die Seele mit dem Leib verbunden ist, desto mehr abhängig ist sie vom Leib. Der Körper vermittelt durch die Sinne der Seele Wohlbehagen oder Unbehagen. Je nach dem, wie die Seele das Wohlbehagen schätzt, wird sie den Leib für die Entstehung dieser sympathischen Empfindung stets eindringlicher benutzen und alles daran setzen, dass dem Körper ja alle möglichen Bequemlichkeiten angeboten werden. Sie wird auch alles vermeiden, was nur im entferntesten Unbehagen oder gar Schmerz verursachen könnte. Der Körper tut nichts von sich aus. Er wird von der Seele gesteuert. Ist das körperliche Wohlbehagen das oberste Lebensprinzip, so ist der Mensch völlig „fleischorientiert“. Und das dürften durchwegs in Wohlstandsländern so um die neunundneunzig Prozent der Menschheit sein.
Es ist ja der Sinn der Marktwirtschaft und quasi deren Hauptaufgabe, Produkte und Hilfsprodukte herzustellen, das dem Fleisch der Menschen dient, das den Seelen ein Empfinden des Wohlbehagens vermittelt. Vor tausenden von Jahren hat das angefangen mit den primitiven Jagdwerkzeugen, und gipfelt nun zur Zeit mit dem vollelektronischen Haus, wo alles ferngesteuert und automatisiert wird und der Hausherr sich ausser zur Erledigung der Notdurft, nicht mehr vom Sessel erheben muss.
Dieser Abhängigkeit der Seele vom Körper entgegengesteuert haben die Sadhus- oder Sannyasins-Asketen der Indus-Kultur in Asien. Diese unternehmen alles, um die Seele frei vom Diktat des Fleisches zu machen. Als Folge haben diese Menschen auch viele seelische Fähigkeiten, welche dem Wohlstandsmenschen unserer Breitengrade völlig verlorengegangen sind. Ja, wir sind gar nicht mehr fähig, die Bequemlichkeit aufzugeben. So werden wir durch die Materie und das Fleisch gesteuert und haben je länger je weniger Kraft und Interesse, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Das Lebensprinzip heisst Lust und Unlust.
Fehlt uns noch eine Erörterung des Geistes. Hier kommen wir wieder zum ersten Schritt zurück, zur Gottesahnung. Lesen wir wieder im Lorberwerk, wie es zur Gottesahnung in der Seele kommt: Es ist der von Geburt aus allerdings noch in einer Hülse und durch unsere Schwächen, Fleischesliebe und allerlei Leidenschaften gefesselter und eingekapselter „Gottesfunke“.
[GEJ.04_220,08]“ ...daß Mein Geist, den Ich nun als einen Funken Meiner Vaterliebe in das Herz einer jeden Seele lege und gelegt habe, durch eure Liebe zu Mir, und daraus wahrhaft und tätig zum Nächsten, genährt werde, in eurer Seele wachse und nach Erreichung der rechten Größe und Kraft sich völlig mit der gebesserten Seele vereine und eins werde mit ihr, – welcher Akt dann die Wiedergeburt des Geistes heißen soll und auch heißen wird.“
Weiter an anderer Stelle:
[GEJ.03_042,06]“ Nur ein Fünklein im Zentrum der Seele ist das, was man Geist Gottes und das eigentliche Leben nennt. Dieses Fünklein muß genährt werden mit geistiger Kost, die da ist das reine Wort Gottes. Durch diese Kost wird das Fünklein größer und mächtiger in der Seele, zieht endlich selbst die Menschengestalt der Seele an, durchdringt die Seele endlich ganz und gar und umwandelt am Ende die ganze Seele in sein Wesen; dann freilich wird die Seele selbst ganz Leben, das sich als solches in aller Tiefe der Tiefen erkennt“
Zur Sensibilisierung und „Ernährung“ dieses Gottesfünklein kommen wir dann später noch ausführlich, weil eben dieses Fünklein das wahre Leben ausmacht. Das Ziel ist es, dieses Fünklein zu einem Funken, den Funken zu einem Flämmchen und das Flämmchen zu einer Flamme zu machen. Die Flamme wird sodann zu einem Brändchen und das Brändchen zu einem Brand. Und wenn dann der Brand zum Vollbrand geworden ist - sind wir am Ziel.
Nun, lieber Bruder, liebe Schwester, wir sind damit am Ende des einführenden Teiles. Klar, dies ist eine gedrängte Form, denn man könnte mit diesen äusserst interessanten Themen viele Bände füllen - was auch bereits geschehen ist. (Und es steht dir ja nichts im Wege, diese Lektüre noch nachzuholen.) Wir wollen hier aber lieber im zweiten und praktischen Teil etwas ausführlicher werden.
Es ist so, dass es im Grunde zwei Wege zur wahren Gotteserkenntnis gibt. Einen kurzen und einen Um-Weg. Der kurze Weg ist der Weg der einfachen und kindlichen Liebe zu Gott. Getreu nach dem Wort „Liebe Gott mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken“ und „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Matth. 22.37)
Dieser Weg ist der richtige oder sagen wir: der bessere. Der andere Weg ist nicht falsch, aber er dauert länger und könnte unter Umständen sogar ein bisschen gefährlich sein, indem wir uns auf dem Weg der Erkenntnis verlieren und die Liebe zum Herrn mehr oder weniger vergessen. Aber trotzdem, auch durch die Erkenntnis können wir zur Liebe zu Gott gelangen. Diese Liebe ist die einzige Pforte ins Himmelreich. Es gibt keine andere.
Deshalb wollen wir von Anfang an uns auf dem von der Bibel empfohlenen Weg halten, und sehen wie wir die Liebe Gottes in uns entfachen können.
Jetzt gilt es noch eines zu bedenken: Gott lieben, mit der uns eigenen Liebe ist nicht möglich. Es gibt viele Freikirchen, wo dies trotzdem mangels Wissen versucht und praktiziert wird. Diese Gläubige lieben aber unseren Herrn und Schöpfer mit dem kalten Kopf und kühlen Verstand, nicht aber mit einem brennenden Herzen.
Wir aber wollen hier „Nägel mit Köpfen“ machen und uns nicht mit dem Schein abgeben.
Dieser Schritt müsste eigentlich „Bekehrung“ heissen. Weil aber eine alleinige Bekehrung (Hinwendung zu Gott) falsch ist und nur zum besagten lauen Christentum führt in dem keine Kraft ist, machen wir daraus zwei Schritte. Erstens die klare und bewusste Abkehr von der Welt, vom Materiellen und von den Fleischesbegierden und zweitens dann die Hinwendung zu Gott. Wir werden dann Gebetserhörungen, Geistesoffenbarungen und Gesichte in Fülle und ohne Zahl erleben. Soviel kann ich garantieren – sofern du ernstlich diesen vierten Schritt in Angriff nimmst. Du wirst sofort, ohne Verzögerung erleben, dass wir einen wahren, reichen und lebendigen Gott haben. Du wirst auch schon in Kürze sehen, dass dieser Gott nicht irgendwo im Weltall oder was weiss ich wo sich befindet, sondern jetzt schon in dir und nur in dir allein für dich da ist. Eben in diesem „Gottesfünklein“.
Dieser vierte Schritt besteht darin, dass wir uns bewusst werden, dass in unserem Herzen nicht zwei Herren gedient werden kann. Wir haben von allem Anfang an zu entscheiden zwischen der Welt mit allem was in der Welt ist mit allen seinen Reizen, Leidenschaften und Begierden, und dem Leben in welchem wir unseren Willen dem Willen Gottes unterstellen und gerade damit in aller Freiheit leben zu können.
Das Unterstellen unseres eigenen Willens unter den Willen Gottes ist in etwa dasselbe wie wir das auch im Strassenverkehr täglich tun. Wir unterstellen unseren Willen dort auch dem Willen des Gesetzgebers und wenn wir das freiwillig tun, so verspüren wir darin keine Unfreiheit, weil wir auf diese Art ja ein besseres Fortkommen haben. Ebenso ist das freiwillige Unterwerfen in die weise und ewige Ordnung Gottes nie mit einer Einschränkung oder gar Behinderung unserer Bewegungsfreiheit gleichzusetzen. Vorausgesetzt, dass wir uns auch innerhalb der Ordnung Gottes bewegen. Aber das dürfte uns auch nicht allzu schwer fallen.
Diesen Schritt der Abkehr will auch gut überlegt sein. Ich selbst habe während etwa vier Monaten mit mir selber gekämpft, bis ich bereit war, diesen Schritt in die Tat umzusetzen. Ich wusste, was ich verlieren, wusste aber nur nebelhaft, was ich gewinnen würde.
Die ganze Welt, das heisst die Interessen an der Welt, die Liebe zur Welt war mir doch liebgeworden, da mein ganzes Leben wie bei jedem anderen Bürger auch, sich so ganz darauf stützte. Aber als es mir dann so nach und nach licht geworden war, was denn die Welt, eben die Materie, eigentlich ist, und was für Folgen die Begierden des Fleisches nach sich ziehen, habe ich mich dann nach langem für diesen Schritt entschieden.
Sicher ist es besser, wenn man sich ehrlicherweise ein bisschen Zeit lässt, dafür aber eine klare und kompromisslose Entscheidung trifft. Jeder, der diesen Schritt tut, hat wieder einen anderen Beweggrund. Jeder hat einen anderen Rucksack.
Ich weiss noch gut wie es war, als ich an jenem schönen Herbstmorgen am 25. Oktober mit dem schwerbeladenen Lastwagen von der Südseite den Gotthardpass hinauffuhr. Die Geschwindigkeit war infolge der starken Steigung nur gerade etwas über 30 km/h und so hatte ich genügend Musse, mich wieder mit dieser Sache zu beschäftigen. Ich werde es nie vergessen, wie ich dann auf etwa halber Höhe den Entschluss gefasst habe: „Ja Herr Jesus, nun bin ich soweit.! Ich gebe die Welt auf, sie interessiert mich fortan nicht mehr. Ich will mit Deiner Hilfe und durch Deine Stärke mein Leben in Dir gegründet haben! Dass Du mir dabei zur Seite stehst weiss ich und danke Dir dafür von ganzem Herzen. Zeige mir, wo ich auf die Welt fixiert bin, damit ich die Banden brechen und die Fesseln lösen kann. Du sollst von jetzt an mein Leben sein!“ (Seither ekelt mich die Welt nachhaltig an!)
Mit diesem Gebet öffnete ich das Fenster und entledigte mich zuerst mal meiner Zigarette. Dann stellte ich den Autoradio ab und habe ihn seither auch nicht mehr eingeschaltet. Ich gelobte mir, dass, wenn ich am Wochenende heimkommen werde, auch den Fernseher aus dem Haus schaffen werde, was ich dann auch getan habe. (Es hat mich übrigens seither nicht ein einziges Mal gejuckt, irgendwo fernzusehen.). Ich nahm mir an jenem Tag auch vor, die Zeitung abzubestellen, da ich jetzt dieser nicht mehr bedarf.
Nun, als ich fünfzehn Minuten später zum 17 Kilometer langen Tunnel einfuhr, kam eine gewaltige Segnung des Herrn über mich. Sie war so stark, dass ich vor Freude weinte und sang und nicht merkte wie unerhört gefährlich diese Situation (nach menschlichem Ermessen) war. Beidseitig des Camions hatte ich etwa 60 cm bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h. Dabei nasse Augen, welche ich wegen der Brille nicht wischen konnte. Das heisst mit andern Worten: ich sah nichts! Aber das war mir nicht bewusst, meine Freude war zu gross und mein Herz zu voll als mich mit solchen „Kleinigkeiten“ abzugeben! Das ging dann etwa eine viertel Stunde, bis ich am andern Ende wieder zum Tunnel rauskam. Dann erst wurde mir bewusst, dass dies eigentlich nicht gut gehen konnte – aber trotzdem gut ging, weil der Herr eben schon beweisen wollte, wie er für die Seinen sorgt. Es waren Engel, die mich ohne Gefahr zu diesem endlos langen Tunnel (mit leichten Kurven) hinaus manövriert haben. Seither verging kein Tag mehr, ohne dass mir die Anwesenheit der Engel nicht klar und bewusst wurde!
Im Nachhinein frage ich mich, weshalb ich so lange gewartet und gezögert habe, die Interessen an der Welt vollends aufzugeben. Was ich „verlor“, ist in keinem Vergleich zu dem, was ich gewonnen habe. Aber ich weiss und kann jeden verstehen, der in der gleichen Situation einen längeren Anlauf braucht oder grosse Mühe hat, so mir nichts dir nichts, die Welt hinter sich zu lassen.
Ich habe auch Verständnis dafür, wenn ein Bruder oder eine Schwester aus Rücksicht auf Familie, Verwandtschaft oder Beruf diesen Schritt nicht so deutlich und krass machen kann. Dazu haben wir vom Schöpfer einen freien Willen erhalten, dass wir uns entscheiden können, welchen Weg wir gehen wollen. Wenn wir glauben Rücksichten nehmen zu müssen, so können wir das und niemand hat das Recht, das zu beurteilen oder gar zu richten.
Nur – und das muss hier natürlich deutlich gesagt sein, wenn jemand Rücksichten nimmt und sich für die Nichtnachfolge oder einer nur lauen Gefolgschaft Jesu entscheidet, ohne zu wissen was das für zeitige und ewige Folgen hat, dann ist es eine schlimme Sache, wenn er deshalb in der Ewigkeit Jahrhunderte benötigt, was er hier in einer ganz kurzen Zeit erreichen könnte – mit ein bisschen Selbstverleugnung!
Wenn jemand aber den Schritt nicht tut und genau weiss was er damit schlussendlich verliert, nun ja, dann ist das natürlich seine Sache und er wird auch niemals irgendwer zur Verantwortung ziehen können.
So, also wollen wir nun zur Sache selbst kommen. Wir müssen uns klar werden, was es heisst, die „Welt hinter sich zu lassen“. Johannes gibt uns in der Bibel einen klaren Hinweis, darüber ich aber noch nie irgendwo eine Predigt gehört habe. Er sagt:
„Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebhat, so ist nicht die Liebe des Vaters in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens ist nicht aus dem Vater sondern aus der Welt“ (1.Joh.2.15 ff)
Kürzer und prägnanter könnte man diesen Sachverhalt nicht ausdrücken. Wenn Johannes hier von Liebe zur Welt spricht, so meint er damit nicht, dass wir uns nicht mehr mit der Welt abgeben dürfen. Er spricht nur von der „Liebe“ als vom „Interesse“ an weltlichen Dingen. Ich selbst habe den Beruf als Fernfahrer nicht aufgegeben und kann trotzdem absolut problemlos ohne Interesse zur Welt in der Welt leben, dafür mit umso mehr Liebe zu Jesus.
Dieses „Interesse“, also die Liebe zur Welt ist der Kernpunkt. Es liegt nie im Kopf oder Verstand. Die Liebe oder eben das Interesse liegt immer und bei allen Menschen im Herzen. Sei unsere Liebe (oder das Interesse) was es wolle, unser Beruf, das Auto, der Sport, die Familie, das Haus, das Hobby, das Vergnügen, die Kunst oder die Kultur, so ist unser Herz „besetzt“ mit diesem Gegenstand. Auch die unwichtigen Nebeninteressen als da sind die Neuigkeiten des Tages. Selbst das Essen, ja gar alles was unsere Sinne irgendwie beschäftigt. All dies sind Herzensangelegenheiten. So, und nun kommt Johannes und sagt uns, dass all das nicht gut sein soll. Du wirst sagen: Ich habe eine Familie und es ist Gottes Wille und durchaus in Gottes Ordnung, dass ich die Familie liebe und für sie sorge. Oder du wirst sagen: Ich habe jahrelang studiert und liebe meinen Beruf und bin sogar darauf angewiesen, das ich darüberhinaus mein Haus und mehr zu finanzieren habe. Ich weiss, lieber Bruder, liebe Schwester, der Argumente sind noch weit mehr! Aber eben genau das meinte Johannes mit den Worten, dass man all dies nicht mehr lieben soll als den Vater Jesus. Er allein soll unser ganzes Interesse in Anspruch nehmen. Unser ganzes Herz soll allein Ihm gehören.
Soll das heissen, dass die Jünger Jesu ins Kloster sollen?
Nein natürlich nicht. Es geht auch nicht darum, dass man die Arbeit oder die Familie, ja die übernommene Verpflichtung (wenn sie in der Ordnung Gottes ist) aufgeben soll. Es geht darum, dass nur die einzige Liebe und Interesse Jesus Christus ist. Wenn wir in diesem Sinne alles aufgeben, so übergeben wir alles in Tat und Wahrheit Jesus. Beruf, Haus, Familie – alles. Wenn wir fortan für die Familie sorgen, so sorgen wir im Auftrag Jesu. Für die Familie sorgen, heisst, Jesus einen Dienst erweisen und heisst auch, Jesus lieben. Der Beruf wird nicht mehr Selbstzweck (wie das bei manchen der Fall ist) sondern wird Mittel zum Zweck. Andere Interessen die wir für unseren Dienst für Jesus nicht gebrauchen können, die geben wir auf. Wir sehen im sechsten Schritt, warum wir alles, was wir nicht zum Dienst brauchen, von selbst aufgeben, weil uns all das nur hinderlich ist in der innigen Verbindung zum Herrn. Denn die Liebe sitzt im Herzen und zieht uns nun unbändig zu Ihm. Er ist der erste Gedanke am Morgen und der letzte am Abend. Wir wollen nur noch eines: Ihn besser kennen lernen.
Und wer dem Herrn Beruf, Haus, Frau und Kinder opfert, der wird ein ganz anderes Verhältnis zu alldem verspüren. Er wird spüren, dass die Liebe stark zunehmen wird, und dass diese Liebe eben nicht mehr dieselbe Liebe ist. Er wird spüren, dass diese Liebe gesegnet ist weil von nun an alles sich in der Ordnung des Herrn verläuft. Je konsequenter jemand sein Leben und alles was er hat aufgibt und dem Herrn opfert, desto inniger wird das Verhältnis mit Jesus.
Sollte aber jemand auf den Gedanken kommen, er wolle das mal so prüfungshalber, also rein testmässig vornehmen und sehen, was dabei herauskommt, so wird er die Erfahrung machen, dass das nicht funktioniert. Das wäre dann etwa den Herrn zum Narren halten, was sicher keinen Segen davon tragen kann.
[GEJ.09_181,09]“ Daß für eine jede Seele die Materie ein gewisses Übergewicht haben muß, das ist darum also verordnet, auf daß die Seele dadurch genötigt wird, tätig gegen das kleine Übergewicht der Materie zu werden, um so von der Freiheit ihres Willens den rechten Gebrauch machen zu können; um aber das tun zu können, ist ihr die Lehre zu allen Zeiten klar aus den Himmeln gegeben, welche die Seele in eine vollkommene Freischwebe zwischen Geist und Materie stellt.“
[GEJ.09_181,10] Wenn die Seele sich dann nur einige Mühe geben will, sich tatsächlich ins Geistige zu erheben, da bekommt das Geistige aber auch alsogleich ein mächtiges Übergewicht, und die Seele erhebt sich mit großer Leichtigkeit über das Gewicht der Trägheit der Materie ihres Fleisches und dringt in das Leben des Geistes in ihr.“
[GEJ.09_181,11] „Hat sie das mit wenig Mühe getan, so kann ihr dann die Schwere der Materie ihres Fleisches kein Hindernis zum Fortschreiten zur möglich höchsten Lebensvollendung in den Weg legen; und gelangt sie auf dem leichten Wege ihres Fortschreitens auch noch dann und wann auf kleine Steine des Anstoßes, so kostet es sie nur eine höchst geringe Mühe, sie aus dem Wege zu räumen.“
Die Erweckung des Geistes Gottes im Herzen
Der Tag an dem du die Welt, die Materie und die Fleischbegierde hinter dir lässt, wird zum Segenstage. Du wirst spüren wie innert Minuten in deinem Herzen etwas vor sich geht. Wie bei mir im Strassentunnel, so wird das bei dir nicht anders sein. Denn der ganze Himmel freut sich, wenn ein Sünder zurückkehrt. Das erste Geschenk, das du vom Herrn erhältst, ist die Erweckung. Diese Erweckung des Geistes eröffnet dir nun sofort neue und unerwartete Wege.
Die Erweckung des Geistes ist nicht nur eine Segnung. Es ist der Beginn eines Weges in unbekannte, aber höchst interessante Gefilde. Der nunmehr erweckte Geist beginnt jetzt das Wort zu erfüllen wo es heisst: „Und der Geist wird euch in alle Wahrheit leiten“ (Joh. 16,13). Das tut Er – und wie! Du kannst ab sofort auch alles von Ihm erbeten. (Aber natürlich nicht Unsinniges!) Alles was du erbittest, wirst du erhalten, was für deinen weiteren Weg zu, mit und in Jesus vonnöten hast. Du wirst auch die Richtigkeit der Verheissung „Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und seiner Gerechtigkeit (d.i. die Liebe und Erbarmung), so wird dir dies alles zufallen“ (Matth 6.33). Du wirst bald merken, dass du nicht nötig hast, für weltliches zu beten. Wenn deine Gebete darauf gerichtet sind, nach dem Reiche Gottes zu trachten, so ist bereits für deine materiellen und weltlichen Bedürfnisse gesorgt, denn der Vater weiss, was du bedarfst. Das, mein lieber Bruder, meine liebe Schwester, das ist die tägliche Erfahrung die wir in der Nachfolge des Herrn machen.
Und eines tut noch Not zu wissen: Im Gegensatz zu vielen, vielen Christen welche glauben, damit das Ziel nun endlich erreicht zu haben, sei dir versichert, dass mit der Aufgabe der Weltinteressen und der damit verbundenen Erweckung des Gottesgeistes in dir erst der Anfang gemacht wurde! Auch glauben viele Gläubige, mit der Erweckung des Geistes bereits die Wiedergeburt empfangen zu haben. Das ist auch grundfalsch. Die Wiedergeburt ist etwas ganz anderes und kommt erst später. Der Weg zur Wiedergeburt führt über Golgatha. Da ist noch manches Kreuz zu tragen und manche Selbstverleugnung durchzustehen bis der Geist Gottes soweit gewachsen ist, bis er die Grösse der Seele angenommen hat. Dann ist aber die Seele rein, absolut frei von Hochmut, ohne Zorn, Ärger, Groll und Missmut. Dann ist kein Atom Unreinheit und Materielles mehr in ihr und somit ist der Weg dann frei für die Wiedergeburt.
[GEJ.04_076,10] „Wenn dein Geist in dir wach wird, so wirst du seine Stimme wie lichte Gedanken in deinem Herzen vernehmen. Diese mußt du wohl anhören und dich danach in deiner ganzen Lebenssphäre richten, so wirst du dadurch deinem eigenen Geiste einen stets größeren Wirkungsraum verschaffen; also wird der Geist wachsen in dir bis zur männlichen Größe und wird durchdringen deine ganze Seele und mit ihr dein ganzes materielles Wesen.“
Mit der Erweckung des Geistes haben wir erst einmal das Werkzeug und die Beihilfe für den noch vor uns liegenden Weg über Golgatha erhalten. Aber ich will Dich nicht mutlos machen. Es ist nicht so schlimm, wie es vielleicht scheinen mag. Wenn Du den Weg bis hierher schon gemacht hast, dann hast du den allerschwierigsten Teil bereits hinter dir. Die Aufgabe der Welt und des Fleisches ist schwieriger, nur der Weg der jetzt noch vor uns ist, dauert vielleicht etwas länger.
Wie lange er dauert, hängt alleine von dir selbst ab. Es kann ein Jahr, zwei oder vierzig Jahre dauern, je nachdem wie viel Ernst und Bereitschaft du mitbringst. Es kommt darauf an, wie ehrlich und aufrichtig deine Bekehrung (Abkehr und Hinkehr) war. Alles ist abhängig von Deiner Liebe zu Jesus. Er wartet schon. Zögere nicht. Er will dir alles geben, aber du musst wollen.
An diesem Wollen hängt alles. Du wirst auch die Erfahrung machen, dass du vieles willst, aber deine Kräfte reichen nicht, es auch durchzusetzen. Lass dich damit nicht entmutigen. Der Herr Jesus sieht das und wenn er deinen Willen als aufrichtig erkennt, so ist die Kraft für das Können dann Sein Geschenk an dich. Verlass dich darauf.
Auch Paulus wurde mit einigen Schwierigkeiten in dieser Beziehung konfrontiert. Aber schlussendlich erreichte er durch die Kraft Jesu den Sieg und konnte den Philippern schreiben: „ ...schaffet, dass ihr selig werdet mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist es, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen“ (Phil 2.12 ff.)
So, hier wollen wir die Wegmarke setzen.
Wenn du, lieber Bruder, liebe Schwester, dir ein Herz gefasst hast und soweit bist, dass du
- das Fernsehen, Radio, Zeitungen und andere Unterhaltungsmedien ohne inneren Zwang und mit innerer ehrlicher und freudiger Bereitschaft für immer entfernst,
- mit ebenso bereitwilligen und freudigen Herzen den nichtsnutzigen Unterhaltungen jeglicher Art absagst und
- Sport, Tanz und andere weltliche Veranstaltungen als Beteiligte oder Nichtbeteiligte aus innerer Überzeugung meidest.
Dann bist du reif für den nächsten Schritt.
Die Hinwendung zu Gott ist die eigentliche Bekehrung. Diese nützt aber wenig, wenn vorher nicht die Abkehr von den Weltinteressen erfolgt ist. Das wäre ja dasselbe, wenn eine Mutter ihrem Knirps die schmutzigen Kleider auszieht, ihn sauber badet, neu einkleidet und er zehn Minuten später im unbeobachteten Moment wieder vor die Türe und in die nächste Pfütze springt.
Wer sich bekehrt, sich aber von der Welt nicht klar abwendet und abgrenzt, muss sich täglich jede halbe Stunde gründlich neu bekehren und Busse tun. Was nützt es, frei von Sünde zu sein und sich sofort wieder mit interessiertem Herzen dem Totenreich zuwenden und von Neuem mit beiden Händen im Kot dieser Welt zu wühlen? Was anderes als ein Pfuhl der geistig Toten ist das Fernsehen? Sie beschmutzen sich gegenseitig, was nicht nur in so vielen politischen Sendungen gar klar zum Ausdruck kommt. Oder was anderes als unnütze Belastung der Seele sind alle die Unterhaltungssendungen, Sportsendungen und dergleichen mehr? Am Schlimmsten ist es, wenn Gläubige es interessant finden und selbst noch Nutzen davon haben wollen, wenn sich die geistig Toten gegenseitig beraten!
Und das ist das Traurigste an der ganzen Sache: wenn Gläubige nicht in der Lage sind, die Geister zu unterscheiden. Dies ist eine der ersten Gaben, welche uns der Geist Gottes gibt, weil dies etwas vom allerwichtigsten im Glaubensleben ist. Wer nicht in der Lage ist zu erkennen, welche Geistes Kinder die Menschen sind, kann nicht auf der Siegerseite stehen, da ihn der Feind darum unerkanntermassen mit seinen fiesen Schlingen jederzeit umgarnen kann – was er auch tut!
Jakobus schreibt an die zwölf Stämme Israels: „Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott des Vaters ist der ... und sich selbst von der Welt unbefleckt halten“ (Jak, 1.27).
Paulus musste auch die Hebräer wieder ermahnen, von der Welt abzulassen: „Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde ...“ (Hebr. 12.4)
Überhaupt hatte Paulus seine liebe Not auch mit den Kolossern. Auch diese sind mit der Zeit wieder lau geworden und begannen, die Welt wieder lieb zu gewinnen. Er schreibt ihnen: „Trachtet nach dem was droben ist nicht nach dem was auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott...“ (Kol. 3.2)
Aus diesem Grund erfolgt die klare Hinwendung mit allen seinen lebensspendenden Folgen erst an zweiter Stelle.
Das Wichtigste der Hinwendung zu Jesu ist die Einsicht, dass ich ein Sünder bin. Wenn ich mein bisheriges Leben überblicke, so muss mir klar werden, dass ich nur ausserhalb der Ordnung Gottes gelebt habe und dass ich nichts Gutes getan habe. Das Mass der Sünden ist übervoll. Bitte den Herrn, dass Er dir deine Sünden zeigen möge und du darüber mit zerknirschtem Herzen weinen kannst. Das ist auch wichtig, um den Hochmut loszuwerden. Und ausserdem wirkt ein solches Weinen sehr erleichternd.
Somit hast du die Sündenvergebung durch Seine Gnade erlangt.
Im zweiten Punkt wirst du dort, wo du Schaden angerichtet hast und dies auch möglich ist, wieder gutmachen.
Der dritte Punkt ist bereits auch schon der erste im nächsten Schritt, auf dem Weg nach Golgatha. Der besteht darin, dass du allen deinen Feinden vergibst. Alle deine Widersacher sollen in den Genuss deiner "Amnestie" gelangen. Und das geht so:
"... tut Gutes euren Feinden, segnet jene, die euch fluchen, und bittet für jene, die euch verwünschen! Vergeltet Böses mit Gutem..." [GEJ.02_159,08] oder "Liebet eure Feinde und bittet für die die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid." (Matth. 5.44).
Die Feindesliebe will besagen, dass du ihm von ganzem und reinem Herzen seine Verfehlungen dir gegenüber vergibst. Du bittest für ihn, dass der Herr ihm diese Sünden in der Ewigkeit niemals anrechnen wird und ihm einst diese besagten Verfehlungen nachgelassen werden.
Der Ewigkeitswert dieser edlen Handlung ist immens. Denn einesteils wird er, dein ehemaliger Feind, so er in diesem Erdenleben nicht zum Herrn kommen wird und somit keine allgemeine Sündenvergebung erlangt, doch dank dieser Teil-Vergebung einst eine echte Erleichterung erfahren. Zum Zweiten hat er dann schon einmal den Wert einer Sündenvergebung erfahren und wird es ein bisschen leichter haben um zur Einsicht zu gelangen, dass bei Jesus die volle Sündenvergebung erlangt werden kann und wird somit eher bereit sein, Demut anzunehmen und Busse tun. So hast Du einem zukünftigen Gotteskind bereits in diesem Leben eine gute Tat erwiesen.
Es kommt aber noch etwas Anderes hinzu: Dieser Dein "Feind" hat mit Sicherheit richtig gehandelt. Wie auch die Feinde Jesu vor der Kreuzigung. Sie haben gehandelt nach ihrer Erkenntnis und nach ihrem wenn auch nur vermeintlichen Glauben. Deshalb sollst auch du für deine Feinde so beten, wie Jesus gebetet hat: "Vergib ihnen, Vater. Sie wissen nicht was sie tun". Dieses Gebet soll von nun an immer deine innere Haltung sein. Und wenn du deine vermeintlichen „Feinde“ mit demütigem Herzen siehst, so musst du dir selbst gestehen, dass dies unmöglich "Feinde" sein können, sondern nur arme Menschen mit einer verwundeten Seele. Denn jede Seele ist verwundet, solange sie noch mit der Materie verklebt ist. Solchen Menschen wollen wir auch mehr Liebe entgegenbringen, als sie selbst fähig sind zu geben.
Solches zu bedenken ist ebenfalls wichtig: Wie vermag ein Weltmensch andern echte Liebe entgegenbringen, da er ja gar keine Liebe hat? Niemand auf der ganzen Welt kann etwas geben, das er nicht hat. So sind doch gerade wir Christen verpflichtet, den irrenden und blinden Weltmenschen gehörige Portionen Liebe auszuteilen, damit diese davon zehren können. Denn diese geschenkte Liebe wird zur rechten Zeit ihre Früchte bringen. Und uns wird dadurch kein Mangel erwachsen.
Gerade hier in dieser Frage bekommt die Geschichte mit der Speisung der Fünftausend mit fünf Broten und zwei Fischen ihre wahre Entsprechung. Wenn wir fünftausend Weltmenschen je sieben Worte aufrichtiger Liebe entgegenbringen, so wird die Menge der Liebe nicht weniger, sondern mehr. Es werden noch zwölf Körbe übrigbleiben!
Außerdem hat die "Feindes"-liebe noch einen weiteren Segen in eben einem dieser Körbe: das ist die Demut. Können wir einem Menschen seine Verfehlungen uns gegenüber aufrichtig vergeben, so hat uns der Herr wieder ein Stück weiter zur Demut gebracht.
Nun wollen wir noch wissen, wie das denn überhaupt funktioniert, wenn wir zum ersten Mal einem Feinde vergeben wollen. Ich weiss, wie das ist: Wir erkennen wohl, dass dies der richtige Weg ist und den Willen hätten wir auch dazu. Aber das Problem ist, das auch durchzuziehen. Haben wir bis jetzt in süssen Rachegedanken geschwelgt und alle möglichen schweren Strafen in Gedanken gegen ihn durchexerziert, und jetzt sollen wir ihm so sang- und klanglos vergeben?
Das ist im ersten Moment gar nicht so leicht. Doch es gibt ein gutes Rezept: die Kraft des Herrn. Wie vorher schon erwähnt, du bringst den echten, reinen und unerschütterlichen Willen, und der Herr, den du von jetzt an bereits deinen Freund nennen darfst, wird dir mit dem Können entgegenkommen.
Ich sage dir jetzt ein Geheimnis. Dem Herrn ist es sogar lieber, wenn du anfangs nur den Willen, nicht aber das Können mitbringen kannst. Weisst du warum? Weil der Herr die starken und alleskönnenden Sünder nicht so sehr liebt. Das sind nicht die demütigen Seelen, die sich auf die eigenen Schultern klopfen können und sagen: Hab ich toll gemacht! Wir kommen dann später noch auf solche Fälle zurück. Darum komme ohne Bange zu Jesus und bitte Ihn, dass Er dir die nötige Kraft geben möge für eine so echt schwierige Aufgabe wie die Feindesliebe.
Und wenn es nach dem einen noch einen zweiten oder noch mehr gibt, dann bedenke, dass das alles gar keine Feinde, sondern arme Menschen mit verwundeten Seelen sind. Wie verwundete Soldaten auf dem Schlachtfeld sich schwerlich gegenseitig helfen können, so können seelenverwundete Weltmenschen sich selber ja auch nicht helfen. Und wenn diese sich gegenseitig helfen wollen, so ist die Erfolgsquote von vornherein sehr bescheiden.
Du siehst also, welch wichtige Aufgabe bereits vor dir steht und du schon jetzt voll auf die Gnade und Kraft unseren liebsten Jesu angewiesen bist.
Damit haben wir eine weitere Wegmarke erreicht und sehen einen perfekten Übergang und Einstieg zum Weg nach Golgatha.
Sechster Schritt: Weg der Selbstverleugnung
Haben wir mit der vorgehender Feindesliebe einen Sieg errungen? Wenn ja, so hast du den zweiten Beweis, dass der Geist Gottes in dir schon recht tätig ist. Denn eine Feindesliebe ist aus menschlicher Kraft absolut unmöglich, wenn nicht noch handfeste höhere materielle Interessen im Spiel sind. Nein, dies ist nur die Kraft des Geistes, welche dies möglich macht. Damit hast du dein Kreuz bereits ein Stück getragen und bist im Vertrauen und im Glauben erstarkt, was dir im weiteren Verlauf auf dem dornigen Weg der Selbstverleugnung gut zustatten kommen wird.
[GEJ.07_169,09] „Wer daher nur nach den Schätzen dieser Welt giert, die pur Materie, Gericht, Hölle und Tod ist, der geht dadurch auch mit seiner Seele in den Tod. Es halten sich alle bösen Geister denn auch zumeist in der Materie dieser Erde auf; die guten und reinen Geister aber bewohnen für beständig nur die reinen Lichträume des freien Ätherraumes.“
Aber erstmal wollen wir einen kurzen Halt einschalten, denn ich will dir noch ein kleines aber nützliches Werkzeug mitgeben: Das richtige Beten.
Denn von nun an wirst du noch mehr und eindringlicher darauf angewiesen sein.
Du denkst vielleicht, beten sei ja eine einfache Sache, man bräuchte darüber keine Worte zu verlieren. Ja, da hast du schon recht, es ist eine einfache Sache. Und trotzdem, wenn man sieht in welcher Weise weitherum gebetet wird, so muss ich sagen: lauter leere Worte. Und wenn du richtig zuhörst, musst du dich wundern, was für unsinniges Zeug da heruntergeleiert wird! Da betet einer: "Herr erbarm Dich des Bruders soundso." Sollen wir den Herrn Jesus zur Erbarmung auffordern, da Er doch die Erbarmung selbst ist und sich über den Bruder soundso schon erbarmt hat bevor die Welt bestanden hat? Oder die langjährige Schwester betet: "Herr wir danken Dir, dass wir zu Dir kommen dürfen wie wir sind." Klar, eine solche Beterin wird niemals einen Fortschritt im Glaubensleben machen können, weil sie seit dreissig Jahren noch immer in den ersten zehn Minuten seit ihrer Bekehrung stecken geblieben ist.
Nicht aufzuzählen sind die Gebete, in denen der Herr Jesus als Chef des "Gango-Clubs" in der Weltgeschichte umhergejagt wird um uns alle möglichen Botengänge und Dienste zu besorgen und schlussendlich auch noch den Segen für uns nicht vergessen darf. All das ist dem Herrn natürlich ein Gräuel und es ist kaum damit zu rechnen, dass diese Beter und Beterinnen je einmal eine Gebetserhörung erfahren dürfen oder sonstwie einen Fortschritt in der seelisch-geistigen Entwicklung zu machen im Stande sind.
Richtig beten ist nur den Gläubigen vorbehalten, welche eine Erweckung des Geistes erfahren haben und dieser Gottesgeist im Verlaufe der Jahre nicht wieder eingeschlafen ist. Nur ein erweckter Gottesgeist kann "Im Geist und in der Wahrheit" beten. Und das geschieht kaum mit Worten. Schon deshalb nicht, weil ein erweckter Geist von sich aus betet ohne Unterlass. Und das wäre doch etwas komisch, wenn das mit Worten und Lippengebeten der Fall sein würde. Nein, das wahre Beten geschieht in Bildern. Ja, das ist so. Wenn Du ein echtes, inniges Gebetsanliegen hast, so brennt dein Herz dafür. Dein Herz wird heiss vor Liebe und du stellst dir entweder die Not einer bestimmten Person so richtig lebhaft vor und wünschst nichts sehnlicher als dass der Herr dieser Person helfen möge. Je brennender dieses Anliegen, und je eingebrannter dieses Bild in deinem Herzen ist, je deutlicher ist in deiner Seele auch das Bild, wie dieser Person geholfen werde. Diese Bilder und dieser heisse Wunsch entspringt dem Liebegeist des Herrn und es ist ein grosser Segen und Gnadenbeweis für dich, wenn der Herr dieses Gebet in deine sündige Seele gelegt hat. Du wirst dann von selbst spüren, ob eine Gebetserhörung erfolgt ist oder ob du im Gebet noch anhaltend sein sollst. Siehe, das heisst Beten im Geist und in der Wahrheit. Hier werden Tränen vergossen und nicht Worte gesprochen. Verstehst du das?
Und so lernst du auch mit jedem neuen Gebet, wie nichtig du selbst bist und wie gnädig und stark der Herr. Du lernst, wie selig es für dich ist, wenn der Herr Sein erbarmendes Auge auf dich wirft und wie schon gesagt, solche Gebete in dein Herz legt. Und weil Er es ist, der handelt, darfst du ruhig zu Ihm sagen: "Herr ich bin ein fauler und unnützer Knecht. Du bist es, der uns immer wieder unverdientermassen mit der Gnadensonne erwärmt. Geheiligt sei dein Name!"
Äussere und innere Sünden
Der Sinn des Weges nach Golgatha ist es, alles Unreine in unserer Seele hinauszuschaffen, denn der Geist Gottes kann nur wachsen, wenn die Seele rein und sauber ist. Auf diesem Weg werden wir oftmals das Kreuz auf uns nehmen müssen und hundert, ja tausendmal sterben bis aller Kot dieser Welt aus unserer Seele hinausbefördert ist. Denn die Welt hinterlässt auch in deiner bekehrten Seele viele Narben. Und nur der Kraft des Geistes ist es möglich, diese Narben zu heilen. Vielfach, wie bei mir, waren es nicht nur Narben, sondern Löcher in der Seele. Und das soll nicht als Entsprechung verstanden werden, sondern es war in der Tat so. Meine Seele hat in den vielen Jahren ihres sündigen Treibens viele Schäden erlitten.
Und das geht so: Die Seele besteht aus dem äusserst feinen Ätherstoff. Dieser ist wie schon besprochen, mit dem Leib mehr oder weniger stark verbunden. Bei eingefleischten Weltmenschen wie ich einer war, war diese Verbindung besonders stark und innig. Da die edelsten und sensibelsten Seelenspezifikalpartikel die den eigentlichen Menschen ausmachen und der Seele die menschliche Form geben, zuerst deformiert und mit dem Fleisch äussert stark verbunden, beziehungsweise verwoben. Wenn eine solche Seele den Leib ablegen muss (Leibestod) so gehen diese betreffenden Seelenteile für immer zusammen mit dem Leib verloren und zurück bleibt ein missratener Seelenleib in einer entstellten Tierform.
Nun geht es in der ersten Zeit nach der Bekehrung natürlich darum, dass die Seele wieder hergestellt wird. Aber wie schon gesagt, wir selbst können das niemals bewerkstelligen, das kann nur der Geist Gottes in uns. Und Er kann das auch nur dann, wenn wir den echten und wahren Willen und natürlich die echte, reine und wahre Liebe zu Gott haben. Je nach der Stärke dieser Liebe geht dieser Prozess mehr oder weniger schnell.
Noch einmal will ich es wiederholen: Diese erwähnte Liebe ist nicht unsere Eigenliebe, welche im Kopf, im Verstand und als Krebsgeschwür in Form von Hochmut im geistigen Herzen vorhanden ist. Gemeint ist die wachsende Liebe des Herrn, welcher besagter Geist Gottes ist. Diese Liebe ist immer ein Gnadengeschenk und niemals unser Eigenprodukt. Wir werden somit niemals Grund haben, uns auf die Schultern klopfen zu können!
Somit stossen wir mit unserem Willen einen kleinen Kreislauf an. Wir haben den Willen, uns einer alten eingefleischten Sünde zu entledigen. Der Geist Gottes gibt uns die Kraft dazu und bei Erfolg reinigt Er wieder einen Teil unserer Seele und kann damit wieder ein Stück wachsen. Dann sind wir wieder am Zug und entledigen uns einer weiteren Schwäche oder Leidenschaft. So geht das nun immer weiter, zuerst die groben äusseren Auswüchse und dann die immer feineren inneren. Und stets dürfen wir mit der Geduld und Barmherzigkeit des Herrn rechnen und uns auf Ihn verlassen. Nur etwas dürfen wir nicht: Nachlassen in den Bemühungen.
So wollen wir nun diese äusseren und inneren Sünden betrachten. Öfters werden wir in Zukunft die Unterscheidung von Aussen- und Innenleben machen. Habe ein Auge darauf, es ist von grösster Wichtigkeit.
Die groben äusseren Sünden, Schwächen oder Leidenschaften sind diejenigen, welche wir relativ leichter loslassen können. Es ist dies das Rauchen. (Bei mir war dieser Punkt allerdings nicht gar so leicht. Das nächste ist die fleischliche Begierde. Die lässt man am besten sofort los, auch wenn diese Leidenschaft noch einige Zeit nachhallen sollte. Wenn der feste Wille aber unerschütterlich vorhanden ist und nach einer "Fleischattacke" meist in einem geschwächten Moment vor dem Einschlafen oder nach dem Erwachen, einem der Ekel packt, dann ist kein Schaden geschehen. Wichtig ist immer, wie sich unser Wille, also unser Herz dazu stellt, ob es Partei für die Sünde, oder Partei für den reinen Geist ergreift. Ist letzteres der Fall, so werden die Attacken bald ausgestanden sein.
Verheiratete tun gut daran, die fleischliche Lust auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.
Weitere Leidenschaften wie Stehlen, Lügen, Schwatzen, Verächtlichung von anderen Personen, und vieles mehr in dieser Art, sind äussere Sünden und sind mit Vehemenz zu bekämpfen. Ist das einmal geschafft, so kommen die inneren Schwächen und Leidenschaften an die Kandare. Schonungslos und kompromisslos, wollen wir den einzigen, aber mächtigen Feind angreifen. Das ist unser Hochmut. Dieser Feind zeigt sich immer wieder von einer anderen Seite. Glauben wir ihn gepackt zu haben, so entschlüpft er uns garantiert wieder und zeigt sich plötzlich an zwei verschiedenen anderen Schwächen zugleich. Aber keine Angst! Nichts ist so mächtig wie der Liebegeist in unserer Brust! Denn beachten wir, dass bis jetzt der Hochmutsgeist in uns einen bedeutenden Helfer verloren hat: unser Wille. Diese Unterstützung ist ihm jetzt abhanden gekommen und somit ist er schon mal bedeutend geschwächt. Dann hat er erst vor kurzem durch die Übung der Feindesliebe eine empfindliche Niederlage erlitten und ist somit reif für den totalen Untergang! Klar, dass er sich noch ein bisschen wehrt. Aber wir haben Geduld, so sind wir ja beharrlich an der Arbeit.
Die Gesichter des Hochmuts sind Verleumdung, Besserwissen, immer Recht haben, Arroganz, Beleidigt sein, Zorn, Ärger, Groll, Missmut, Hoffart, Herrschsucht, Leidenschaften, weltliche Talente, Selbstsucht, Schadenfreude, Sinnlichkeit, Mode- und Komplimentensucht
Jeder hat da wieder ein anderes Kreuz zu tragen. Aber Beharrlichkeit führt zum Ziel!
Mittlerweile, und das hast du ja inzwischen selber bemerkt, hat sich der Geist Gottes in deinem Herzen schon gewaltig geregt und du verspürst auch einen recht grossen Segen. Deine Lehrer sind nicht mehr ausschliesslich Bücher, sondern vor allem der Geist Gottes in dir, der jetzt sichtbar dich unbeirrt in alle Erkenntnis und Wahrheit leitet und dir ins Innere gibt, in welchen Punkten du dein Herz noch weiter „unter die Lupe“ nehmen sollst.
Wenn du jetzt Deine Seele durch eben diese Lupe beschaust, dann wirst du vielleicht gewahr werden, dass der Eine oder andere Weltteufel noch immer sich hartnäckig an dich klammern will
.
Die fünf Weltteufel
Der wichtigste und hartnäckigste ist der eigentliche Weltteufel, welcher bestrebt ist, dich wieder zurück in die Welt zu ziehen. Zwar tut er das nicht mit plumpen Mitteln und lädt dich zum Karnevalsball ein. Nein er möchte dir klar machen, wie wichtig diverse Kunst- und Kulturveranstaltungen sind, welche du unbedingt besuchen sollst, damit du auch mit den Weltmenschen mitreden kannst. Auch gewisse Fernsehsendungen sind von ach so grosser Wichtigkeit, weshalb es ein grosser Fehler gewesen sei, dich des TVs zu entledigen.
Der Zweite ist sein Kollege und nennt sich Sorgenteufel. Das Sich-Sorgen ist die logische Folge der Weltliebe. Für was sorgen wir uns nicht alles, die Liste würde unendlich lange. Jesus sagt: „Sorget nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das seine sorgen“ (Matth. 6.34). Nur wer noch mit der Welt behaftet ist, kann dem natürlich niemals zustimmen. An diesem Vers zeigt sich, wie stark die Banden zur Welt noch sind. Beides kann nicht im Herzen sein, diese Banden zur Welt mit seinen natürlichen Sorgen und gleichzeitig die Liebe zu Jesus Christus und das volle Vertrauen zu Ihm.
Der Dritte im Bunde ist der Programmteufel. Er plant und plant und plant alles bis ins kleinste Detail. Gottesdienste werden geplant bis zur letzten Strophe der Lieder. Pünktlich auf die Minute wird begonnen mit dieser Form des Gottesdienstes und pünktlich auf die Minute wird geendet. Für diese Programmier-Manie gibt es für den Geistgottes nicht die geringste Möglichkeit zur Teilnahme oder gar der Mithilfe. Aber nicht nur für Gottesdienste. Nein, das ganze Leben wird verplant. Wenn Gott noch einen Faktor zugebilligt wird, dann höchstens der, dass er unsere sinnlose Planerei recht kräftig absegnen soll. Auch wer diesen Planen-Teufel noch in sich hat, kennt die Liebe und Fürsorge Jesu nicht. Bauen wir auf Ihn, so erleben wir die Spontanität des Geistes. Über Seine weisen Führungen gibt uns der Herr keine detaillierte Programme, sondern sagt zu uns: „Lass dir an meiner Gnade genügen“. Das ist auch der Weg der Demut.
Der Vierte heisst: Welthilfeteufel. Er bietet den Gläubigen wie weltlichen Menschen alle nur erdenklichen Arten der Hilfe an. Für alles gibt es Institutionen, sowohl staatliche wie private. Aus Sicht der Welthilfe ist sogar Hilfe im Aberglauben alleweil noch besser als auf ein Eingreifen eines unsichtbaren Gottes zu warten! Gebetserhörungen gäbe es sowieso nicht mehr! Ja, das sind die Einflüsterungen dieses Menschenfeindes. Wer aber die Liebe des Herrn im Herzen hat und die verderbliche Stimme nicht mehr hört, kommt zum Herrn und erfährt täglich: „kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ (Matth. 11,28). Das ist nicht ein nur frommer Bibelspruch. Ich kann bezeugen, dass das die volle Wahrheit ist und dass dem eigentlich nichts hinzugefügt werden muss. Warum aber auch so viele, die sich gläubig nennen, immer wieder diesem Welthilfeteufel auf den Leim geraten, ist mir unerklärlich.
Nun noch zum Fünften. Er ist eine logische Folge der vorangegangenen vier. Denn wer Jesus nur im Weltverstand (im Kopf) kennengelernt hat, der kennt Jesus wirklich noch nicht oder nur vom Hören sagen. Wer nur einen Kopfglauben hat, dessen Seele ist wegen der Weltbindung noch nicht frei und sie weiss das. Deshalb ist sie noch nicht fähig, den fünften Teufel in die Flucht zu schlagen: Den Angstteufel. Die Angst vor dem Tode ist das alleruntrüglichste Zeichen, dass die Gotteskindschaft noch nicht erlangt ist. Denn „Der Geist wird unserem Geist Zeugnis geben, dass wir Gottes Kinder sind“(Röm.8,16). Ist das nicht der Fall, so herrscht noch die Angst vor dem Tode. Da braucht nur eine entsprechende ärztliche Diagnose gestellt zu werden, und schon bricht eine Welt zusammen. Ist aber die Liebe des Vaters in unseren Herzen, so kann uns der Tod nichts anhaben – im Gegenteil, er erlöst uns endlich von den Banden des schweren Leibes!
„Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden“ (Gal. 5.24 ff)
Lesen wir hier ein ganzes Kapitel des Grossen Evangeliums des Johannes (Bd 11, Kap. 51) das Gespräch zwischen Petrus und Johannes. Die Überschrift lautet:
Winke zur Veredelung der Seele.
1)
Sagte Petrus: ,,Ja, Herr, das sehe ich jetzt wohl ganz gut ein und begreife auch
immer mehr, daß Deine menschliche Natur der unsern so ganz gleich ist, und daß
der Unterschied nur in dem Geiste in uns liegt. Sicherlich werden wir alle auf
das äußerste bestrebt sein, alle Ziele, welche Du uns zeigst, zu erringen. Nun
aber hapert es doch noch gewaltig bei uns mit der Wiedergeburt unserer Seelen.
Zwar sind wir schon auf dem rechten Wege, aber so wir allein sind, kommen da
doch gewisse Rückfälle, die uns zu Torheiten verleiten, wie Du uns jetzt schon
mehrere hast ausführen sehen. Wie denn könnten wir diese wohl vermeiden?"
2) Sagte Ich: ,,Zunächst dadurch, daß ihr die
rechte Glaubenskraft erringet, auch wenn ihr Mich nicht sehet, - denn selig
sind, die da glauben und nicht sehen! Dann aber, indem ihr euch frei machet von
jeder Furcht und nur mit ganzer Kraft Gott liebet, den ihr in Mir wisset und
erkannt habt! 3) Zwar weiß Ich, daß ihr Mich sehr
liebet; aber jetzt gilt diese Liebe noch mehr Meiner Person als Meinem Geiste.
Die unerschütterliche Liebe, die gar keine Zweifel mehr kennt, die sich auch bei
euch unbegreiflichen Dingen nicht schwankend machen läßt, besitzet ihr noch
nicht, sondern nur einen Glauben, der vorläufig nur aus Meinen Taten entsprungen
ist und noch kein Felsen ist, sondern mit lockerem Erdreich untermischt ist, das
die Regengüsse des Leides noch wegwaschen können. 4)
Glaubet nicht nur, wenn Ich bei euch bin, sondern glaubet und vertrauet völlig
auf Meine Kraft, auch wenn Ich leiblich nicht bei euch bin! Forschet in euren
Seelen, wo noch irgend etwas Unreines steckt, und werfet es von euch!
5) Solange ihr noch Mißmut, Ärger, Unzufriedenheit,
unreine Gedanken in euch entdecket, so lange regt sich auch noch der Zweifel und
läßt den lebendigen Glauben nicht erstarken. Dem Geiste sind jedoch alle diese
Untugenden fremd, daher kann er die Seele nicht durchdringen, die freiwillig
sich alles dessen entäußern muß!" 6) Sagte Petrus:
,,Ja, Herr, wir wissen das alles recht wohl und bemühen uns auch, nach Deinen
Worten zu handeln; aber es wird doch oft recht schwer, sich selbst zu
überwinden. Und dennoch lieben wir Dich von ganzem Herzen und mit allen
Kräften!" 7) Sagte Ich: ,,Laß das jetzt nur gut
sein! Darum habe Ich euch ja nach Ephrem geführt, daß ihr euch reinigt und die
innere Vollendung frei- und selbsttätig erringet, und so lasse denn nur dieses!
Wäret ihr auch Meine Jünger, wenn Ich nicht dächte, euch dahin zu führen, daß
ihr dem Vater dienet, gleichwie Ich Ihm jetzt diene?! Der Vater weiß doch wohl,
was Er tut, und welche Werkzeuge Er Sich auserwählt! Was euch noch fehlt, werdet
ihr erringen, und so strebet denn danach! An Kraft wird es nicht fehlen, so ihr
darum bittet." 8) Sagte Petrus: ,,Ja, Herr, wohl
wissen wir, daß Du uns stets die Kraft gibst, deren wir bedürfen, so wir darum
bitten; aber gar zu oft nur vergessen wir gerade das Bitten, weil wir uns schon
für recht stark halten und denken, aus eigener Kraft siegen zu können! Und
dieses Kraftgefühl erfüllt uns mit großer Zuversicht, die sich aber gar zu
leicht in große Zerknirschung verwandelt, wenn irgendein Umstand die gar zu
große Schwäche des menschlichen Herzens und die Wankelmütigkeit trotz aller
guten Vorsätze beweist. Sollen wir denn aber nun gar nicht trachten, aus eigener
Kraft auch etwas tun zu können?" 9) Antwortete Ich:
,,Wer nach Vereinigung mit Gott strebt, wird zuerst trachten, Seinen Willen zu
erfüllen und den eigenen unterzuordnen; denn nur der im Menschen lebendig
gewordene und tatkräftige Gotteswille kann und wird niemals Schiffbruch leiden.
Ist der Mensch aber eigenwillig und sucht etwas auszuführen, ohne sich darum zu
kümmern, ob seine beabsichtigte Tat auch dem Willen Gottes entspricht, so darf
er sich nicht wundern, wenn diese Tat nicht zu seinen Gunsten ausschlägt.
10) Dieses Kraftgefühl, von dem du sprichst, ist
aber oft nichts anderes als ein geistiger Hochmut, der sich vorgedrungen vor
anderen Menschenbrüdern fühlt und daher etwas Außergewöhnliches leisten möchte
zur eigenen Eitelkeitsbefriedigung oder auch aus Bewunderungssucht vor anderen.
Hütet euch daher vor diesen Trieben; denn Meine Anhänger sollen arm im Geiste
sein, wie ihr wisset, damit sie eben alles von Mir erhalten und Gott wahrhaft
schauen können! Die aber, welche sich geistig reich wähnen, das sind eben die,
welche meinen, Vollendete zu sein, mit ihrer Selbstüberwindung prunken und voll
des geistigen Hochmutes werden. 11) Siehe an die
Pharisäer, wie sie glauben, nur Gott zu dienen mit allerlei nichtssagender
Weisheit und Formelkram und doch nur sich selbst und ihrem Wohlsein dienen!
Diesen auch nur eine noch so kleine Weisheitslehre Meiner Himmel in ihr Herz
einfließen zu lassen, ist rein unmöglich; denn es ist angefüllt von allerlei
Reichtum ihres Seelendünkels, während nur dort gegeben werden kann, wo
vollständige Armut herrscht. - Verstehst du das und die Brüder?"
12) Sagte Petrus, der hier, wie sooft, den Sprecher
für die andern machte, nachdem er die anwesenden Brüder angeschaut hatte, die
alle bejahende Zeichen machten: ,,Ja, Herr, das verstehen wir recht gut; denn Du
hast schon öfter mit ähnlichen Worten derartige Lehren gegeben. Aber etwas
anderes möchten wir wohl von Dir wissen! 13) Du
sprachst von einer Wiedergeburt des Geistes und der Seele. Es ist uns dieser
Unterschied sehr aufgefallen, weil wir da nie einen Unterschied gesucht hätten
und wähnten, daß mit dem einmal vollendeten Aufgehen der Seele in den Geist auch
alles erreicht ist, was erreicht werden kann. Wie steht es nun damit, willst Du
Dich da nicht deutlicher erklären?" 14) Sagte Ich:
,,Was ihr jetzt fassen könnt, sollt ihr hören! Doch kann euch alles erst völlig
klar werden in Meinem Reiche, wo ihr mit eigenen Augen und Sinnen die
Bestätigung finden werdet. Aber nicht nur euretwegen, sondern auch eurer
Nachfolger wegen müßt ihr wissen, was Ich mit der Wiedergeburt des Geistes meine
und andeuten will. - So höret denn ..." ![]()
Versuchungen und Anfechtungen gehören auf dem Weg zur Vervoll-kommnung der Seele wie das Amen zum Gebet. In neueren Bibelübersetzungen heisst es im „Vater unser“ (Matth.6.13): „Führe uns nicht in Versuchung...“. Diese Übersetzung ist nicht im Sinne der ursprünglich hebräischen, wo es fast gleich lautet: „Führ mich in der Versuchung“.
Eine Führung in der Versuchung macht Sinn. Aber keine Versuchungen für das angehende Gotteskind – Nein, das macht keinen Sinn. Schon von Anbeginn meines Glaubensweges bat ich den Herrn des öfteren: „Herr zeige mir die Versuchung, damit ich meine Schwächen erkenne und dagegen kämpfen kann.“
Das hat der Herr dann auch getan, Denn zu Beginn musste ich ja erst mal lernen, die Versuchungen zu erkennen. Nachher ging und geht es auch heute noch darum, in den Versuchungen und Anfechtungen zu erkennen, wie weit erstarkt unsere Seele bereits ist. Die Versuchung ist eine Art Reifegradmesser. Bis unsere Seele ganz der göttlichen Ordnung und damit dem Willen des Herrn unterstellt ist, kann es passieren, dass wir hunderte Male fallen werden. Das darf uns aber nicht beirren. Mit der Aufbietung unseres ganzen Willens und die Erbittung des Herrn Kraft, werden wir diesen Versuchungen Meister – und dann hören sie auf. Wenn Satan einsieht, dass er nichts mehr ausrichten kann, so lässt er die Attacken. Das ist auch in der Ordnung Gottes.
Jakobus gibt uns Trost mit folgenden Worten: „Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in Anfechtung fallet und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist Geduld wirkt. Die Geduld aber soll ihr Werk tun bis ans Ende, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und kein Mangel an euch sei.“ (Jak. 1.2 ff). Und weiter im Vers 12 ff: „Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott denen verheissen hat, die ihn lieben. Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde ... Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt...“
Während wir später noch ein ganz interessantes Kapitel über Innen- und Aussenleben bearbeiten werden, so wollen wir hier erst mal die Begriffe klären.
Die Grenze zwischen Innen- und Aussenleben ist der Seelenleib. Das Innenleben bezieht sich auf unsere Seele und den ihr innewohnenden Geistes Gottes. Unsere Phantasie und deren Bilder ist ein wichtiger Teil des Innenlebens. Wenn die Bibel vom Geist Gottes spricht, so meint sie immer den Geist Gottes im Menschen. Jesus sagt auch einige male in der Schrift, „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“. Der Geist Gottes ist das Himmelreich, die Liebe, das Reich Gottes, hier sind auch die Engel, welche der Herr uns zubemessen hat, und hier soll dermaleinst (wenn die Seele den entsprechenden Reifegrad, die Reinheit erlangt hat) der Herr Jesus selbst Wohnung nehmen (Wiedergeburt).
Aber im Innenleben, im Herzen des Menschen, ist nicht nur das ganze Himmelreich. Je nachdem wie das Herz beschaffen ist, also die Liebe, die Interessen welche die Seele verfolgt im materiellen Leben, befindet sich dort auch die Hölle. Deshalb ist es so wichtig, dass im jetzigen Erdenleben die Weichen richtig gestellt werden: Weg von der Welt – hin zu Jesus. Nachher ist es zu spät.
Das Aussenleben ist alles was ausserhalb des Seelenleibes ist. Also der naturmässige Körper, dessen Erhaltung und Wohlbehagen, das vergnügliche Weltleben, die Fleischbegierden und alles, was dazugehört. Wer nach aussen hin orientiert ist, ist ein Weltmensch, wer nach innen, ein Geistmensch. Darum heisst es doch auch vom Herrn: „Trachtet zuerst nach dem Himmelreich Gottes und dessen Gerechtigkeit, so wird euch alles das zufallen.“ (Matth. 6.33)
Gemeint ist, wer sich strickt nach innen richtet, eben nach dem Reiche Gottes, dem wird für das Äussere, also die Belange zur Erhaltung des Leibes, wohl gesorgt werden. Unabhängig vom Reifegrad! Egal, wie weit du schon auf dem Weg der Selbstverleugnung bist, der Herr sorgt für dich! Natürlich ist nicht gemeint, dass das Aussenleben sich jeder nur denkbaren Bequemlichkeit erfreuen darf, nein es geht lediglich um die Erhaltung des Leibes!
Nach aussen hin leben wir künftig wie nach innen: Für den Herrn und aus dem Herrn. „Alles was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen...“ (Kol 3,23)
Siebenter Schritt: Weg zur Wiedergeburt
Nur denjenigen Leser möchte ich das Weiterlesen empfehlen, welche bis jetzt mit aufrichtigem Herzen den Weg der Selbstverleugnung gegangen sind. Es ist nicht so wichtig, wie weit dein Reifegrad schon fortgeschritten ist, aber du sollst doch mit deinem ganzen Willen auf die Vollendung zur Wiedergeburt ausgerichtet sein.
Diejenigen aber, welche so mehr aus Neugierde in diesem Büchlein blättern – ihnen wird das nun Folgende zum Ärgernis werden und sie können mit ihrem Weltverstand und Weltvernunft das Geschriebene nicht verstehen, weil der Geist Gottes das entsprechende Licht ins Herz geben muss. Wenn das noch immer voll Welttümlichkeit ist, so wird dies ja kaum möglich sein.
Entsprechung ist die Sprache des Himmels. Entsprechungen sind Bilder, nicht Worte. Das Alte Testament ist sozusagen nur in Entsprechungen geschrieben, weil das die Menschen zu jener Zeit (bar jeder Schulbildung) verstanden. Und Bilder sagen mehr als tausend Worte. Dieses geflügelte Wort kennen wir und es stimmt.
Jesus sagt: „Der Vater ist in mir und ich bin im Vater.“ (). Er sagt auch: „Der Vater hat mich gesandt“(Joh. 5,37). Wer ist denn der „Vater“? Ist das der alte Mann mit den weissen Haaren und dem vollen, weissen Bart, auf dem Thron und mit dem Zepter in der Hand? Weit gefehlt. Obschon ganze Religionen und Völkerschaften dieses Vaterbild vermitteln, ist es grundfalsch. Der Vater ist das Bild der „Liebe“ und das „Liebe-Feuer“. So wie vom Feuer das Licht ausgeht, geht vom Vater der Sohn aus. Dementsprechend ist der „Sohn Gottes“ nicht der Erbsohn, sondern das „Licht“. Das Licht ist wiederum die Wahrheit, das Wort Gottes, die Erkenntnis und die Weisheit. Und schliesslich haben wir noch, um einen kleinen Überblick der Trilogie zu haben, den „Heiligen Geist“. Dieser ist die Kraft, die Macht. Im Himmel sagt die Kraft: „Es sei“ und auf Erden „Es werde“. Also, in der Entsprechung ist „Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist“: Die Liebe, das Licht und die Kraft.
Die Bibel ist Gottes Wort. Deshalb ist dieses auch ewig gültig und nicht nur für dieses Erdenleben geschrieben. Mit dem Verständnis der Entsprechungen sind darin so viele Wahrheiten für die geistige Entwicklung beschrieben, welche der Geist Gottes nach und nach in uns auch offenbaren wird.
Wenn Du eine Offenbarung vom Herrn erhältst, was vielleicht schon geschehen ist, so wird es kaum mit vernehmlichen Worten zu hören sein. Du wirst diese in Form von Bilder erhalten, was natürlich viel mehr aussagt. Wenn du wirklich aufrichtig und ehrlich auf dem Weg bist, so kann es sein, das du täglich mehrere Offenbarungen und Eingebungen erhältst. Der Herr spart nicht mit der „Zwiesprache“ – sie ist sogar sehr vonnöten, denn wir wissen, dass der Herr uns auf diesem Weg führt und der Geist uns in alle Wahrheit leiten wird.
Die Nächstenliebe ist das zentrale Thema des Evangeliums überhaupt, wollen wir den Weg über Golgatha, also den Weg der Selbstverleugnung bis zum Ziel gehen.
Die Nächstenliebe geht Hand in Hand mit der Liebe zu Jesus einher. „Was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“(Math. 25.40)
Was ist Nächstenliebe? Die Nächstenliebe beginnt einmal damit, dass wir keinerlei schlechte, negative Gedanken gegen andere Menschen in uns aufkommen lassen. Reine Gedanken aus einem reinen Herzen sind Voraussetzung für die Nächstenliebe, wie sie mit der Liebe zu Gott gleichgestellt wird.
Alsdann haben wir für jeden Menschen (eben den Nächsten) ein freundliches Lächeln und ein paar freundliche Worte übrig. In ein freundliches Gesicht zu schauen ist wie ein Sonnenstrahl ins Herz! Du weisst es nicht, aber vielleicht braucht dieser Mensch eben gerade innerlich eine kleine Aufhellung, was in der heutigen Zeit immer der Fall ist! Ein freundliches Gesicht kann schon ein „Türöffner“ sein für ein konstruktives Gespräch. Sei es im Treppenhaus, im Discounter oder im Bus, das ist unwichtig.
Weiter will die Nächstenliebe dem Nächsten helfen. Fast jeder braucht irgend eine Hilfe, nicht immer materieller, meist geistiger Art. Sei es Zeit (und damit oft auch viel Geduld) ihm zuzuhören oder eine kleine Handreichung. Wie tut das vielen Menschen gut, wenn sie sich einmal so richtig aussprechen können. Deshalb lassen wir mal einen Termin fahren und widmen uns eben diesem Menschen. Ein Dienst für Jesus ist alleweil wichtiger als alle weltliche Hast und Eile! Da wir ja immer auf den Herrn blicken, so führt Er sicher solche Gespräche auf einen Punkt, wo wir mit echter geistiger Hilfe einsetzen können.
Warten wir nicht, bis uns jemand um eine Hilfe angeht. Meist spüren wir ja, wenn jemand ein Problem hat. Denn die echte Menschenliebe fordert uns auf zu Helfen ohne dass wir irgendwie angebettelt werden. Die Wenigsten fragen einen anderen Menschen gerne um Hilfe. Sind wir geweckten Geistes (sind wir doch – oder?), so bitten wir den Herrn um Licht und Er wird uns zur richtigen Zeit offenbaren, was wir für eine bestimmte Person tun sollen.
Mit der Nächstenliebe einher geht das Erbarmen. Sicher für jeden Menschen können und sollen wir beten, was im Auto, im Zug, im Shoppingcenter, ja einfach überall der Fall sein kann. Wir beten aber nicht ein Lippengebet, sondern im Herzen mit brennender Liebe. Der Geist Gottes wird es uns geben. Aber sind wir für eben diese Menschen da mit unserer Barmliebe. In der geistigen Welt haben solche Gebete eine unerhörte Wirkung! Diese Barmliebe macht uns traurig im Anblick von so vielen unerretteten Menschen (Barmschmerz). Sie alle stehen in der Finsternis, wenn nicht das Gottesfünklein in ihrem Herzen anfängt zu leuchten. Aber wie soll es anfangen zu leuchten, wenn es niemand entfacht?
Dergestalt nimmt unser Verlangen, dem Nächsten zu helfen, immer mehr zu. Gleichzeitig wird auch die Liebe zum Herrn immer mehr gestärkt. Du wirst fragen: Warum eigentlich? Nun, die Antwort ist relativ einfach. In jeden Menschen auf dieser ganzen Welt egal welcher Religion er angehört, hat der Schöpfer dieses Gottesfünklein festverschlossen ins Herz gelegt. So schlummert das Himmelreich, die göttliche Liebe, ja Jesus selbst in jedem Menschen. Wenn wir nun den Menschen mit unserer geweckten Göttlichen Liebe lieben, so lieben wir ja automatisch auch Jesus im anderen Menschen. Aber auch umgekehrt: Wenn wir Jesus wahrhaft lieben, so lieben wir auch Jesus im anderen Menschen und somit auch diesen Menschen und sind damit für alle Hilfeleistungen zu haben!
Die Liebe wie die Hilfe hört nimmer auf. So wie auch Jesus uns liebt und täglich hilft, so auch wir den anderen Menschen. So dienen wir Jesus. Das ist auch der beste, ja der einzige Lob, Preis und Anbetung für den Herrn, welches Ihm wohlgefällig ist. Er will nicht Lob, Preis und Anbetung mit den Lippen am Sonntagvormittag, nein, Er will von uns d i e s e n wahren Gottesdienst am Nächsten.
Die Liebe aber hört nimmer auf! Jesus sagt: „Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat grössere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde ...“ (Joh. 15.12 ff)
Das hat Jesus uns vorgelebt. Als Unschuldiger hat er sich vor Gericht nicht seiner Unschuld berufen um einer Bestrafung zu entgehen, nein, er hat die Schuld aller Schuldigen auf sich genommen. Würdest du dies auch für deinen Freund tun? Würdest du seine Schuld auf dich nehmen, damit er am Leben bliebe und dadurch mehr Zeit gewönne für die Umkehr ?
Die Sicht nach innen eröffnet uns ab jetzt ganz neue Dimensionen in unserem Geistesleben. Da ja inwendig von uns das Himmelreich verborgen liegt, wollen wir uns zwei Übungen aneignen, welche uns, wenn möglich, jeden Tag beschäftigen soll.
Das eine ist die Geistesschau, das andere die Seelenschau. Die Bezeichnung tut nicht viel zur Sache.
In der Geistesschau geht es darum, dass wir aus dem Geist Gottes vernehmen, was er uns zu sagen hat. Das ist gar nicht so schwer, wie viele denken. Wir werden Gott besser kennenlernen, denn was man kennt, das kann man auch mit dem ganzen Herzen , der ganzen Seele und mit dem ganzen Denken lieben.
Gott hat sieben Eigenschaften. Sie werden auch als die „sieben Urgeister“ oder die „sieben Urengel“ bezeichnet. Die ersten drei kennen wir schon: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. In unserer täglichen Übung befassen wir uns nun mit den einzelnen Eigenschaften, je eine Viertelstunde. Wichtig dabei ist die absolute Ruhe, denn nichts und niemand soll uns stören. Wir beten nicht, sondern „meditieren“ oder besser gesagt: wir lassen uns die Erkenntnis über den betreffenden Gegenstand geben indem wir uns selbst die einzelnen Eigenschaften erklären. Das ist die göttliche oder himmlische Erziehungsmethode. Wir empfangen nicht Erkenntnis von einem Vortragenden, sondern der Vortragende fragt uns, und wir sollen die Sache selbst erklären. Du fragst dich, wie denn das möglich sein soll? Keine Angst, es ist nicht so schwer. Wenn wir die Erkenntnis von aussen empfangen, ist es eine fremde Erkenntnis. Wenn wir diese aber selber erarbeiten, dann ist das unser Eigentum, und nichts und niemand kann uns diese entwenden. Nicht einmal der Tod. Die Erkenntnis sitzt somit im Herzen und nicht im Kopf wie die Weltweisheit.
Dass wir die Erkenntnis auf diese Art selbst erarbeiten können, dafür sorgt nun der Geist Gottes selbst. Du siehst, warum die Entledigung der Weltteufel und die Fleischbegierde derart wichtig war. Ohne das wäre es dem Geiste Gottes nicht möglich, sich zu regen!
Der erste Urengel
ist die Liebe. Die Liebe, von Gott im Herzen erweckt, ist die wahre Liebe Gottes. Es ist die Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Die Bibel spricht auch von der „ersten Liebe“.
Befasse dich täglich während etwa einer Viertelstunde mit der Liebe des Herrn und dir wird ein grosses, ja ein sehr grosses Spektrum eröffnet! Da das Himmelreich in uns ist, so sind auch diese Eigenschaften in uns. Sie möchten erkannt und geweckt werden!
Der zweite Urengel
ist das Licht. Das Licht ist auch das Wort Gottes, die Wahrheit, die Erkenntnis und die Weisheit.
Der dritte Urengel
ist die Kraft, die Macht aus der Liebe und der Erkenntnis. Wie weiter oben schon erwähnt, sagt die Kraft: „Es werde“.
Der vierte Urengel
ist die Ordnung Gottes. Das sind die Muss-Gesetzte der Natur wie Schwerkraft-Gesetz usw. Aber natürlich auch die Muss-Gesetze des Himmels, wie zum Beispiel, dass das Himmelreich im Herzen der Seele sich nur manifestieren kann, wenn es frei von Welttümlichkeit ist.
Der fünfte Urengel
ist der Ernst. Oder auch die Beharrlichkeit. Denn ohne Beharrlichkeit kann im Reiche Gotte nichts erreicht und erhalten werden.
Der sechste Urengel
ist die Geduld. Ohne Geduld ist gar nichts möglich. Warum wir diese Geduld schon jetzt in unserem irdischen Probeleben uns aneignen müssen, sagt dir der Geist Gottes.
Der siebente Urengel
ist die Erbarmung. Die Erbarmung ist die Zusammenfassung der übrigen Eigenschaften in Einem. Die Erbarmung oder die Barmliebe ist das edelste, das eine menschliche Seele in sich spüren darf. Mit dieser Barmliebe für alle unsere Mitmenschen (eben auch für Feinde und Widersacher) ist der Himmel bereits offen.
Für diese, wie auch für die nächste Übung ist es ganz wichtig, dass unsere Seele frei von irgend weltlichen und fleischlichen Einflüssen ist. Wenn die Weltteufel noch einen grösseren Anspruch auf dich haben, so kann das nur schwer funktionieren. Wenn du deine Seele in irgend einer Weise erregt hast, so wird es kaum möglich sein, die Bilder des Geistes Gottes zu sehen und zu verstehen.
Die Seele muss einem See gleichen, dessen Wasseroberfläche ganz ruhig, ohne Bewegung ist. Dann siehst du ja auch zweierlei: erstens dein Spiegelbild ganz klar und deutlich und zweitens siehst du auch in die Tiefe, den Grund. Ist aber das Wasser in Bewegung, so siehst du den Grund nicht mehr und dein Spiegelbild ist ein entstelltes Zerrbild.
Nun wollen wir die zweite Übung noch kurz skizzieren. Sie dauert etwa eine Stunde und soll, wenn irgendwie möglich, täglich durchgeführt werden: Die Seelenschau oder Selbstschau.
Du rufst alle Begebenheiten und Situationen des vergangenen Tages hervor. Du unterziehst alles, was du getan, gesagt und vor allem gedacht hast einer strengen Prüfung. Wo du gefehlt hast, bitte den Herrn um Vergebung und bitte Ihn um die Kraft, damit du das nächste Mal in dieser Versuchung nicht mehr fällst. Wo du in deiner „Tagesschau“ einen guten Punkt gefunden hast, so danke dem Herrn, dass Er dich bewahrt hat und dir die nötige Kraft gegeben hat.
Wenn du mit Beharrlichkeit und Geduld diese Uebungen zu deiner Gewohnheit machst, so sei versichert, dass die völlige Wiedergeburt nicht lange auf sich warten lässt!
Nun, zum Schluss wollen wir uns noch vergegenwärtigen, wie wir die Aussenwelt wahrnehmen. Da wir keinen Blick für die Welttümlichkeit mehr haben wollen und können, weil einfach das Interesse daran fehlt, so haben wir eine andere, viel interessantere Sicht.
Alles was uns begegnet oder
berührt, ist vom Herrn gewollt oder zugelassen. Hier bewahrheitet sich das Wort,
dass kein Haar vom Haupte fällt ohne Gottes Wille. Jedes dürre Laubblatt fällt
auf die ganz genau vom Herrn vorgesehene Stelle am Boden. Und wenn es der Wind
wendet oder fortträgt, so hat das einen ganz bestimmten Grund, den nur der Herr
weiss oder der, dem Er es offenbaren will. Regnet oder schneit es, so ist jeder
Tropfen oder jede Flocke in genau vorgesehener Grösse auch an der genau
festgesetzten Stelle auf den Boden gefallen. Zuviel oder zu wenig Regen oder
Sonnenschein ist keine Laune der Natur, sondern hat auch seine weisen Gründe.
Eine Wolke kann nur diejenige Form annehmen, welche für sie vom Herrn vorgesehen
ist.
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Du denkst dir vielleicht insgeheim, dass das nun übertrieben sei. Nein, ist es nicht. Wenn du die Sicht erhalten hast, wie denn das alles zustande kommt, dann wirst du sehen, dass dies alles nicht übertrieben ist. Die Sicht ins geistige Werktätige wird dir auch nicht versagt bleiben.
Sieh mal den Rauch, der zum Schornstein sich in die Lüfte erhebt. Was erzählt er dir? Er würde dir von der Liebe Gottes erzählen. Er würde sagen, wie die gefesteten und gerichteten Materiengeister zur Löse gekommen sind. Durch das Feuer konnten sie sich lösen und in einem freien Zustand nun von der Starre in die Bewegung kommen und sich mit den Elementargeistern der Luft eine innige Verbindung eingehen. Diese Elementargeister sind im Vergleich mit den gerichteten und gefestigten Materiengeistern schon reinere Geister. Diese beiden zusammen werden sich nun ihrerseits mit dem Wasser (Feuchtigkeit in der Luft) verbinden und als Regentropfen ein neues, wenn auch sehr kurzes, Dasein finden. So sorgt Gott in seiner Liebe und Weisheit für die Erlösung dieser noch winzig kleinen gefangenen Geisterchen an einem ganz einfachen Beispiel. Das, mein lieber Bruder, liebe Schwester, ist das Evangelium dieses Rauches.
So ein Regentropfen fällt nun aus grosser Höhe auf einen Fels. Was passiert hier? Der Regentropfen löst seinerseits einen Mineraliengeist welcher sich mit dem Tropfen sofort verbindet. Später fliesst dieser Tropfen auf das Erdreich und dient hier als Feuchtigkeit einem Grasbüschel. Diese Feuchtigkeit enthält nun alles früher Gelöste und liefert nun diesem Grasbüschel die nötige gelöste Nahrung wie Mineralstoffe, Stickstoff, Sauerstoff usw. Bereits hier nehmen alle die vorerwähnten Elementargeisterchen am vollen Leben teil. Und so geht es langsam eine Stufe höher bis nach langer Zeit im Verband mit vielen Millionen, ja Milliarden anderen und ganz verschiedenen Geisterchen, einmal die Stufe der Pflanze, des Tieres, ja sogar einmal des Menschen als die Krönung der Schöpfung erreicht ist. Dies ist das Evangelium eines kleinen Regentröpfchens.
Ist es nicht wunderbar zu sehen, wie überaus weise der Schöpfer die Natur eingerichtet hat? Alles was geschieht, geschieht aus barer Liebe Gottes! So kann man mit einem wachen Geist in der Natur Wunder über Wunder sehen und darob im Herzen ohne Ende Gott loben und preisen.
Quellenangabe:
GEJ = „Grosses Evangelium Johannes“ Bände 1 bis 11 durch Jakob Lorber